Steuerfuss soll wieder attraktiver werden

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Anfragen Auf der Traktandenliste der Gemeindeversammlung vom Montagabend standen neben der Siedlungsentwässerungsverordnung und dem Wasserversorgungsreglement auch die Beantwortung zweier Anfragen. Obwohl die beiden Stimmbürger diese unabhängig voneinander einreichten, beschäftigten sich die Anfragen mit den gleichen Themen: der Entwicklung des Steuerfusses und der Entwicklung der Personalkosten der Gemeindeverwaltung.

Und auch die Anliegen waren identisch. Geroldswil soll wieder einen attraktiven Steuerfuss erhalten, geht aus den Anfragen hervor. Trotz positiver Rechnungsabschlüsse und Erhöhung des Eigenkapitals in den letzten Jahren habe die Gemeinde über zwei Stufen den Gemeindesteuerfuss soweit angehoben, dass seit 2019 ein vergleichbar unattraktives Niveau von 111 Prozent erreicht worden sei, wird bemängelt. «Besteht die Absicht des Gemeinderates, den Steuerfuss innerhalb der nächsten Jahre auf unter 100 Prozent zu senken und wenn ja mit welchen Massnahmen?», lautete eine Frage. Der Gemeinderat beantwortete diese mit einem Nein. «Der Gemeinderat beabsichtigt nicht, das Steuerniveau in den kommenden Jahren unter 100 Prozent zu senken, zumal die aktuelle finanzielle Situation eine solche Senkung nicht zulassen würde», sagte Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos). Aktuell befinde sich der Gemeinderat in der Budgetierung für das Jahr 2021. Es werde derzeit zuhanden der Rechnungsprüfungskommission verabschiedet. Dem Prüfungsprozess solle nicht vorgegriffen werden. Daher könne der Gemeinderat erst an der Gemeindeversammlung vom 7. Dezember 2020 Stellung zu den definierten Massnahmen nehmen, so Deplazes.

Der Gemeindepräsident verriet aber, dass sich die Stimmberechtigten auf eine Überraschung freuen könnten und fügte an: «Der Gemeinderat setzt alles daran, den Steuerfuss künftig wieder attraktiver zu gestalten.» Gegenstand der beiden Anfragen war aber auch die Kritik an den steigenden Personalkosten in der Gemeindeverwaltung. Aufgrund der publizierten Abschlüsse und Budgets hätten sich die Kosten seit 2016 um einen Viertel erhöht, wurde in einer der Anfragen bemerkt. Gefordert wurde vom Gemeinderat eine Erklärung dafür sowie die Nennung von Massnahmen, diesen Trend zu stoppen. «Die Gemeinde Geroldswil gilt als Kompetenzzentrum. Sie ist Sitzgemeinde von zwei Zweckverbänden und Anbieterin von Anschlusslösungen in den Bereichen Betreibungs- und Gemeindeammannamt sowie der Berufsbeistandschaft. Deshalb benötigt sie tendenziell einen höheren Personalbestand als Gemeinden mit vergleichbarer Grosse», sagte Deplazes. Ins Gewicht würden überdies auch Ausbildungskosten und Springereinsätze fallen. (sib)