Ab dem 1. September kostet das Sterben in Schlieren mehr. Jüngst veröffentlichte der Stadtrat die überholte Gebührenliste für die Dienstleistungen der Stadt im Bestattungswesen. Darin ist ersichtlich, dass sich die Kosten für gewisse Dienste beinahe verdoppelt haben.

Grundlage für diese Anpassung ist die neue Verordnung im Friedhofs- und Bestattungswesen, welche das Schlieremer Parlament im vergangenen Mai mit 23 zu 9 Stimmen angenommen hatte. Der Stadtrat begründete die Aktualisierung damit, dass die Verordnung «dynamischer, aktueller und allgemein verständlicher» werden sollte. Seit dem Jahr 1971 – aus diesem Jahr stammt die aktuelle Verordnung – wurden die Kosten für Dienstleistungen für Verstorbene nicht mehr angepasst.

«Die meisten Gebührenerhöhungen betreffen Dienstleistungen für Verstorbene, die auswärtig wohnhaft waren», heisst es im Stadtratsbeschluss. Müssen sie für eine Erdbestattung bis anhin 150 Franken bezahlen, fallen ab Anfang September 400 Franken an. Ein Urnengrab kostet aktuell 100 Franken für nicht in Schlieren Wohnhafte, ab Herbst kostet dieses 250 Franken. Die neue Möglichkeit auf Baumbestattung schlägt für Auswärtige mit 250 Franken zu Buche. Die Beisetzungen in einer Urne verteuert sich von 50 auf 150 Franken. Mehr bezahlen müssen aber nur die wenigsten: «In den Jahren 2014 und 2015 hätten die Gebührenerhöhungen nur vier Personen betroffen», so der Stadtrat.

Auch für Schlieremer wirds teurer

Es gibt jedoch Dienstleistungen, die sich nicht nur für Auswärtige, sondern auch für die Einheimischen verteuern. So werden die meisten Dienstleistungen im Zusammenhang mit Familiengräbern ab September rund doppelt so viel kosten wie bis anhin. Urnengräber (4,2 Quadratmeter) kosten heute 1960 Franken für 35 Jahre, ab September sind es 4000 Franken. Eines mit zehn Quadratmetern ist heute für 4666 Franken zu haben, ab September kostet es 8000 Franken. Auch die Kosten für die auf 25 Jahre angelegte Verlängerung von Familiengräbern verdoppeln sich. Von aktuell 1125 Franken (4,2 und 5 Quadratmeter) auf 2250, jenes für 10 Quadratmeter kostet bald nicht mehr 2250, sondern 4500 Franken.

Für Pierre Dalcher, SVP-Gesundheitsvorsteher, ist diese Gebührenerhöhung eine logische Konsequenz der Teuerung der vergangenen 40 Jahre. «Die Löhne wurden höher, daher ist es auch legitim, dass sich die Leistungen verteuern», sagt er. Vergleiche mit den Kosten, die in anderen Gemeinden für dieselben Leistungen anfallen, habe man in Schlieren auch gemacht und dabei festgestellt, dass man im Durchschnitt liege. «Die Preise kamen so zustande, dass wir den Anspruch haben, kostendeckend zu arbeiten», so Dalcher.

11 000 Franken in Dietikon

Zum Vergleich: In Dietikon ist die Benützung eines Familiengrabes auf 50 Jahre angelegt und kostet 11 000 Franken, heisst es in der städtischen Gebührenverordnung. Beim Friedhofsverband Weiningen, zu dem auch Oetwil, Geroldswil und Unterengstringen gehören, werden Bestattungen in Familiengräbern derzeit nicht mehr angeboten, wie Noeline Schulz, Leiterin des Bestattungsamtes der Kreisgemeinde, auf Anfrage sagt.

In der Stadt Zürich kostet ein Familiengrab je nach Lage und Grösse für Einheimische zwischen 1500 und 2500 Franken. Auswärtige müssen tiefer in die Tasche greifen: Zwischen 3000 und 5000 Franken müssen sie dafür bezahlen. Dafür gilt jedoch eine Mietdauer von 50 Jahren.