Dietikon

Steigende Schulverwaltungs-Kosten werfen Fragen auf

Die Interpellanten sorgen sich um die gestiegenen Kosten in der Schulverwaltung (im Bild das Schulhaus Steinmürli). Einen Bildungsabbau wollen sie aber auf keinen Fall.

In einer Interpellation fragen Dietiker SVP-, FDP- und GLP-Politiker, warum es immer mehr Personal braucht.

Bei der Dietiker Schulverwaltung würden «die Kosten immer mehr durch die Decke schiessen», hält SVP-Gemeinderätin Eveline Heiniger in einer Interpellation fest. Sie will deshalb vom Stadtrat wissen, wie die Abteilung strukturell und organisatorisch aufgebaut und wie der Stellenplan intern auf die verschiedenen Bereiche aufgeteilt ist. Zudem fordert Heiniger, deren Vorstoss von zwölf weiteren SVP-, FDP- und GLP-Gemeinderäten mitunterzeichnet ist, eine Aufstellung, wie sich die personelle und finanzielle Situation seit 2009 verändert hat.

Den Interpellanten geht es nicht darum bei der Schule zu sparen und die Bildung zu schwächen: Die Interpellation beziehe sich nicht auf die Schulen, sondern auf die Verwaltung, sagt Heiniger. Im Vorstoss heisst es: «Die Schulverwaltung ist ein Dienstleistungszentrum.» Die Verwaltung sei wichtig, sagt auch Heiniger. Sie diene für Eltern, Lehrpersonen und Schulleitungen als Anlaufstelle. Zudem unterstütze sie die Behördenmitglieder bei ihren administrativen Aufgaben. «Dies muss die Verwaltung auch leisten können», sagt Heiniger.

Die Frage nach der Strategie

Doch Sorgen macht ihr die Kostenentwicklung. Gemäss Geschäftsbericht der Stadt hatte die Schulverwaltung 2013 noch 7,4 Stellen, 2018 waren es 11,1. Und auf das laufende Jahr hin wurde bei den Ausgaben eine «markante Zunahme» bewilligt, wie der Stadtrat selbst im Budget festgehalten hatte. Der Grund für den Anstieg von 1,6 auf 2,2 Millionen Franken «liegt in der Neuorganisation der Schulabteilung», lautete die Begründung.

Mit ihrem Vorstoss zielen Heiniger und ihre Mitunterzeichner auf Grundsätzlicheres: «Uns geht es darum, dass der Stadtrat generell aufzeigt, welche Strategie er bezüglich Strukturen und Organisationen verfolgt.» Von aussen erscheine es so, als ob einfach immer wieder neue Stellen geschaffen würden, wenn sich irgendwo ein Loch auftue. Welche Überlegungen und welche Ziele hinter den neuen Stellen stünden, sei für die Öffentlichkeit unklar.

Dass die Schulpflege in der vergangenen Woche mitgeteilt hat, dass sie die Schule einer Neuorganisation unterzogen habe, um der steigenden Anzahl Schülerinnen und Schüler Genüge zu leisten und fit für die Zukunft zu sein, findet Heiniger spannend. Sie zeigt sich dabei überrascht, dass «wir über die Zeitung informiert werden». Ob die seit 1. September eingeführte dreiköpfige Geschäftsleitung der Schulabteilung der richtige Weg ist, kann sie aber noch nicht beurteilen. «Ich erhoffe mir durch die Interpellation zusätzlich Informationen, auch im Hinblick auf die Zukunft.»

Ein Ausblick und eine Umschau

Denn in der Interpellation erkundigt sie sich nicht nur nach der vergangenen Entwicklung. Der Stadtrat soll auch aufzeigen, was in den nächsten Jahren zu erwarten ist: «Was ist bezüglich Veränderung der organisatorischen und administrativen Strukturen geplant?», fragt sie den Stadtrat. Und was hinsichtlich des Stellenplans und der Finanzen vorgesehen sei.

Damit die Zahlen, die der Dietiker Stadtrat in seiner schriftlichen Antwort liefern soll, nicht im luftleeren Raum stehen, wollen die insgesamt 13 Interpellanten auch Vergleichsgrössen erhalten. Der Stadtrat soll einerseits aufzeigen, wie viel die Dietiker Schulverwaltung im Vergleich zu den Schülerzahlen kostet. Andererseits soll er auflisten, wie sich der Dietiker Aufwand von den Ausgaben in vergleichbaren Gemeinden wie Uster, Dübendorf und Wetzikon unterscheidet.

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