Geroldswil
Steht da etwa ABBA auf der Bühne?

Es war, als hätte man eine Zeitmaschine bestiegen und wäre direkt in den 1970er-Jahren gelandet: Die international erfolgreiche Revivalband ABBA Gold brachte mit ihrem Auftritt im Hotel Geroldswil den Disco-Glamour direkt ins Limmattal.

Simone Siegenthaler
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Mit weltbekannten Hits wie «Super Trouper», «Mamma Mia» und «Money! Money! Money!» heizten sie dem Publikum so richtig ein – und auch mit ihren stilechten Outfits wirkten sie ihren Vorbildern verblüffend ähnlich. Zu sehen gab es, wie es sich für Abba gehört, Glitzer, Glimmer, Silberstiefel, kecke Frisuren, schwingende Röcke, glänzende Hosen und Häkelmützchen. Doch auch die ausgefeilte Live-Performance und die authentische Choreografie versetzten das entzückte Publikum in einen regelrechten Disco-Rausch. Deborah Watt als Agnetha und Kate Bassett als Frida sangen harmonisch und bewegten sich perfekt aufeinander abgestimmt. Instrumental umgesetzt wurden die Abba-Melodien von Dale Statham und Richard Benson als Benny und Björn. Man hätte tatsächlich fast meinen können, die vier weltberühmten Schweden stünden höchstpersönlich auf der Bühne.

«Wir haben das Gedankengut von damals in die heutige Zeit übersetzt», erklärte Werner Leonard, Produzent von ABBA Gold, das Erfolgsrezept. «Den Sound und die Technik haben wir gemäss den heutigen Gepflogenheiten und Hörgewohnheiten adaptiert. Wichtig ist, dass die Emotionen authentisch transportiert werden.»

Melodien, die man nie vergisst

Dass dies wirklich funktioniert, war am Freitagabend in Geroldswil nicht zu übersehen. Wer zu Beginn noch aufmerksam zuhörend auf dem Stuhl sass, tanzte bereits einige Songs später wild oder wippte zumindest mit Kopf und Fuss. Mit der Zeit wurde die Stimmung immer ausgelassener: Kaum ein Besucher konnte ruhig bleiben, kaum einer konnte der Versuchung widerstehen, die Melodien der bekannten Klassiker mitzusingen.

«Man spürt einfach die Freude in den Songs, im Tanzen und im Singen. ABBA lösen Stimmung pur aus», sagte Susanne Dietze, die in der vordersten Reihe mittanzte. Und Freundin Mirella Rutz ergänzte: «Wenn man diese Melodien mal gehört hat, vergisst man sie nie wieder.»

Spätestens bei «Super Trouper» standen die Stühle dann endgültig nutzlos im Raum. Es gab kein Halten mehr, das Publikum war vollends entfesselt. «I love you!» schrie einer auf die Bühne. Frauen und Männer, viele davon barfuss, schlossen die Augen, streckten die Arme in die Luft.

«Abba ist Jugend. Man wird zurückversetzt in die alten Zeiten. Es macht mich einfach glücklich», sagte Romana Verdogliak. Es war nicht zu übersehen: «There was something in the air tonight».