Der in Dietikon aufgewachsene Musiker besuchte die Buchhandlung mit seiner Gitarre und einer Auswahl an Schweizer Mundartliedern in der Tasche.

Erster Auftritt im Inland

Besonders freute sich Hans Peter Wyss, Inhaber der Buchhandlung Limmattal, Stebler auftreten zu sehen. «Ich veranstalte solche Abende nicht zuletzt deshalb, weil ich selbst Freude daran habe», sagte er. Stebler kenne er bereits aus seiner Jugend, habe ihn aber schon über 30 Jahre nicht mehr singen gehört. «Mir ist zu Ohren gekommen, dass er mit seinem neuen Mundartprogramm in Ljubljana an einer akademischen Buchmesse mit dem Schwerpunkt Germanische Sprache auftreten durfte», so Wyss. Daraufhin habe er Stebler angefragt, ob er nicht auch bei ihm auftreten wolle.

Erinnerungen geweckt

Stebler stimmte auf seiner Gitarre Klassiker wie «Dr Sidi» von Mani Matter an. Doch nicht nur Liedklassiker interpretierte der Zürcher Hortner neu. Fehlen durfte in Steblers Repertoire auch die Band «Züri West» nicht. Den eigentlichen Titel seines Programms namens «stärblich verliebt» lieh Stebler aber von Jacob Stickelberger, einem damaligen Mittroubadour von Mani Matter.

Den Auftritt Steblers liessen sich vor allem Bekannte und Freunde des Musikers nicht entgehen. Spätestens als Stebler Mani Matters Lied «Ds Heidi» spielte und «Heidi, mir wei di beidi» sang, stimmte auch das Publikum mit ein. «Erinnerungen an die eigene Jugend kommen auf», flüsterte eine Besucherin der anderen ins Ohr und kicherte.

Publikum verlangte Fröhlichkeit

Stebler, der mit jedem Stück an Lockerheit und Stimmvolumen gewann, ging gekonnt auf sein Publikum ein. So beispielsweise, als eine Stimme aus der ersten Reihe nach einer Serie von melancholischen Liedern etwas mehr Fröhlichkeit forderte. «Die schönsten Lieder sind eben die traurigen Stücke von unerwiderter Liebe und der damit verbundenen Enttäuschung», sagte Stebler augenzwinkernd und stimmte gleichzeitig aber eine munterere Melodie an. Es folgten Klassiker wie die Urner Tanzlieder «Meiteli wenn dü wütt go tänze» oder «Zogä am Bogä», die vor allem die älteren Gäste zum Mitsummen animierten.

Stefan Stebler war nach seinem Auftritt durstig, aber zufrieden: «Ich könnte mir vorstellen, mit meinem Mundartprogramm auch an anderen Orten aufzutreten.»