Schlieren
Stefan Büsser hat einmal mehr kein Blatt vor den Mund genommen

Stefan Büsser zeigt am Comedy-Herbst sein zweites Soloprogramm «Au(r)a». Entstanden ist das Programm bei einem Spitalaufenthalt. In seinem neuen Programm nimmt er Koma-Patienten, Ex-Miss Anita Burri und Papst Franziskus auf die Schippe

Christian Murer
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Sein zweites Soloprogramm entstand während eines Spitalaufenthalts: Energy-Moderator und Comedian Stefan Büsser.

Sein zweites Soloprogramm entstand während eines Spitalaufenthalts: Energy-Moderator und Comedian Stefan Büsser.

Christian Murer

«Guete Abig Schliere - Schliere isch unheimlich schön.» So empfing Stefan Büsser am Freitagabend im Kleintheater-Zelt sein zahlreich erschienenes Publikum. Und schon hatte der Radiomoderator und Comedian die Lacher auf seiner Seite.

Er begrüsste ebenso sein anwesendes Grossmami wie den Filmemacher Michael Steiner. Dann erzählte er, dass er kürzlich an einem weniger schönen Ort gewesen sei - im Spital. Hier habe er während vierzehn Tagen die tödliche Langeweile «hautnah» erlebt. Denn: Büsser hat die Stoffwechselkrankheit Zystische Fibrose und musste nach einem Lungeninfekt im letzten Sommer stationär behandelt werden. Während dieser Zeit entstand zusammen mit dem Autor Jürg Zentner das zweite Solo-Programm «Au(r)a».

Bitterbös unter der Gürtellinie

In seiner neuesten Ausgabe macht der schlagfertige «Schnörri» sein gesundheitliches Handicap zum Kapital und nimmt die Zuschauer mit auf eine hirnrissige Reise durch die Welt der Medizin. In «Au(r)a» trifft Büsser auf Ex-Promis, die mit Schönheitsoperationen zurück ins Rampenlicht wollen. Er macht sich über Koma-Patienten lustig, die keine Ahnung von der modernen Welt haben, und reist vom Busen der Natur an den Arsch der Welt.

In seinem rund anderthalbstündigen Programm setzt der 28-Jährige mit bitterbösen Sprüchen knapp unter der Gürtellinie an. Seine Opfer sind: das Fernsehprogramm, die «Glückspost», Babykleider und komische Ortsnamen wie Killer, Motzen, Mösendorf, Langweiler, Condom oder Ende. Beat Breu kommt ebenso dran wie Ex-Miss-Schweiz Anita Burri, die SBB-Billettautomaten und Papst Franziskus. Zum Schluss bekennt Büsser - auch optisch - dass er DJ-Bobo-Fan ist. Und das Publikum klatschte kräftig mit.

Eine Pointenkanone

Olivia Eberle aus Urdorf sagte nach der Vorstellung: «Für mich war der Abend recht amüsant, aber zwischendurch fand ich die Sprüche oft unter der Gürtellinie.» Und «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz meinte: «Ich habe mich extrem amüsiert. Für mich ist Stefan Büsser eine echte Pointenkanone. Ich hatte kaum Zeit, eine Pointe aufzunehmen und schon kam die nächste.» Im Publikum sass auch Filmemacher Michael Steiner: «Ich glaube, Stefan Büsser hat einen sehr jungen und frechen Humor. Das ist auch seine Stärke.»