LImmattal

Staupewelle ist im Limmattal ist abgeflaut

In der Schweiz sind vor allem Wildtiere wie Füchse und Dachse vom Staupenvirus betroffen.

In der Schweiz sind vor allem Wildtiere wie Füchse und Dachse vom Staupenvirus betroffen.

Vor einem Jahr schwappte die tödliche Viruserkrankung Staupe via Knonauer Amt ins Limmattal. Sie hat Füchsen und Dachsen arg zugesetzt. Der Bestand regeneriert sich nach einer vorübergehenden Reduktion aber schnell wieder.

«Wir haben im letzten Jahr insgesamt rund 20 an Staupe erkrankte Füchse und Dachse registriert», sagt Michael Kuenzle, Obmann der Jagdgesellschaft Uitikon. Gleichzeitig verweist Kuenzle auf die hohe Dunkelziffer: «Die Krankheit hat genau während der Wurfzeit gewütet. Viele Jungtiere sind wahrscheinlich direkt von ihren Eltern angesteckt worden und von uns unbemerkt im Bau verendet.»

Ob die Staupe im Limmattal auch in diesem Jahr auftreten wird, ist laut Kuenzle schwer zu sagen: «Die Staupe wird bei Wildtieren nicht aktiv mit Impfstoffen bekämpft.» Die Krankheit verschwinde von alleine wieder, weil kranke Tiere verenden. Werden kranke oder verletzte Tiere gemeldet, müssen diese durch die Jagdgesellschaft erlegt werden, auch zur Schonzeit. «So nimmt die Dichte der Tiere ab, wodurch sich auch das Ansteckungsrisiko verringert», so Kuenzle.

Im Sommer wieder mehr Tiere

Die Staupe habe auch dem Fuchs- und Dachsbestand im Raum Uitikon arg zugesetzt. Der Bestand regeneriere sich nach einer vorübergehenden Reduktion aber schnell wieder, weshalb Kuenzle damit rechnet, dass diesen Sommer wieder mehr Tiere unterwegs sein dürften. «Auch haben wir seit Spätsommer keine Staupe-Fälle mehr registriert.»

Anders sieht die Situation kantonsweit betrachtet aus: «Die Anzahl Staupe-Erkrankungen hat während der Wintermonate zwar abgenommen, aber wir registrieren noch immer einzelne Fälle», sagt Urs Philipp, Leiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung. Genauere Zahlen betreffend Auswirkungen der Krankheit würden in rund einem Monat vorliegen, wenn alle Jagdgesellschaften ihre Bestandesangaben abgeben werden.

Die Krankheitswelle, die Ende 2009 vom Osten her in die Schweiz kam, flaue zwar ab, ist aber noch immer gefährlich. «Die Krankheit hat ihren Zenit Ende Sommer 2011 überschritten», sagt Philipp. Trotzdem sei anzunehmen, dass in den nächsten Wochen auch im Raum Uitikon noch Fälle auftreten können.

Apathische Verhaltensstörungen

Die Krankheit verläuft bei marder- und hundeartigen Wildtieren meist tödlich und kann auch Hunde anstecken, die Staupe-Impfung ist deshalb für Hunde zu empfehlen. Mitunter wegen dieser Ansteckungsgefahr bitten die Jagdgesellschaft Hundehalter inständig, ihre Tiere an der Leine zu führen.

«Kranke Tiere können unter anderem massive Verhaltensstörungen aufweisen und beispielsweise apathisch am Wegrand sitzen», sagt Philipp. Findet man ein solches Tier, muss umgehend die lokale Jagdgesellschaft, die Fischerei- und Jagdverwaltung (Tel. 052 3977070) oder die Polizei (Nummer 117) kontaktiert werden. Auf keinen Fall sollte man sich dem Tier nähern.

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