Die BDWM Transport AG geht auf die Anwohner zu: Am Info-Anlass gestern Abend informierte sie eine Rechtsanwältin darüber, wie das eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsverfahren abläuft.

Hinweis: Um was es beim Doppelspur-Ausbau geht, lesen Sie hier.

Voraussichtlich 2018 wird die BDWM das Plangenehmigungsgesuch beim Bundesamt für Verkehr einreichen. Das Projekt wird dann im Dietiker Stadthaus öffentlich aufliegen, was mit einer amtlichen Publikation angekündigt wird. Von Land- und Rechtserwerben betroffene Grundeigentümer werden zudem direkt angeschrieben. Während der 30-tägigen öffentlichen Auflage können Personen, die vom Projekt persönlich betroffen sind und ein schutzwürdiges Interesse vorzuweisen haben, eine Einsprache gegen das Projekt erheben.

Danach sucht die BDWM mit allfälligen Einsprechern eine einvernehmliche Lösung – so wie es die Limmattalbahn AG getan hatte. Diese war in 161 Fällen respektive bei 70 Prozent der Einsprachen erfolgreich. Wo das nicht klappt, führt das Bundesamt für Verkehr (BAV) je nachdem amtliche Einigungsverhandlungen durch, bevor es die Plangenehmigung ausspricht, gegen die innert 30 Tagen Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden könnte.

Dem Dietiker Stadtrat wurde das Projekt gestern vor einer Woche vorgestellt. Stadtpräsident Otto Müller (FDP) regte die Anwohner gestern Abend an, ihre Vorbehalte anzumelden. «Das Projekt ist noch nicht in Stein gemeisselt, es sind noch Optimierungen möglich», so Müller.

Zu wenig Platz für Perrons beidseits der Strasse

Die Dietikerinnen und Dietiker nahmen denn auch kein Blatt vor den Mund. So stören sich manche an den beiden Perrons in der Strassenmitte, da man dort nicht so windgeschützt sei wie in Wartehäuschen am Strassenrand. Die Planer verwiesen darauf, dass Perrons auf beiden Strassenseiten viel mehr Platz brauchen würden, der an der Bremgartnerstrasse aber nicht vorhanden ist.

Manche befürchten zudem mehr Stau und damit Zugverspätungen. Die Antwort der Planer: Die Ampeln würden nur so viel Verkehr in die Bremgartnerstrasse lassen, wie diese zu schlucken vermag. Zudem würden die Ampeln der Bahn den nötigen Platz freischaufeln. «Wenn es staut, dann hinter und nicht vor dem Zug», sagte Ralph Signer, Projektleiter Doppelspur-Ausbau bei der BDWM.

Manche Anwohner befürchten zudem mehr Lärm. Die Planer verwiesen auf Schmieranlagen und den Stand der Technik: So sei beispielsweise das Cobra-Tram in Zürich kaum mehr zu hören. Manche Dietiker sind zudem grundsätzlich gegen die Doppelspur. Dafür stellvertretend eine Anwohnerin: «Es reicht so, wie es jetzt ist.»

Beim von der BDWM spendierten Apéro im Foyer des Stadthauses waren auch die Landerwerbspläne zu besichtigen. Die Limmattaler Zeitung hat zusammengezählt: Total sind Stand heute 5194 Quadratmeter nötig – ein Grossteil ist Wald.