Dietikon
Stau an der Post: Gemeinderat Müller fordert neue Verkehrsführung

Eine neue Verkehrsführung am Bahnhofplatz ist eine ausgemachte Sache – die Frage ist nur, wann sie kommt.

Gabriele Heigl
Merken
Drucken
Teilen
Derzeit ist die Durchfahrt in Verlängerung der Weiningerstrasse nicht möglich.

Derzeit ist die Durchfahrt in Verlängerung der Weiningerstrasse nicht möglich.

Gabriele Heigl

Der motorisierte Individualverkehr rund um den Dietiker Bahnhofplatz verläuft bisher links herum. Der FDP-Gemeinderat und Stadtratskandidat Philipp Müller wünscht sich die Verkehrsführung sozusagen im Uhrzeigersinn. Damit will er erreichen, dass es keine Staus mehr auf der Merkurstrasse und vor der Post gibt.

Und damit ist er nicht allein. Nicht nur, dass sich Müllers Postulat zehn weitere Gemeinderäte verschiedener Fraktionen angeschlossen haben. Auch die Stadt ist im Grunde bereits d’accord mit Müllers Anliegen. Im städtischen Gesamtverkehrskonzept von 2014 ist genau diese Anpassung der Verkehrsführung längst vorgesehen. Sie harrt allerdings noch einer Umsetzung.

Momentan ist die Lage so, dass die Zufahrt auf den Bahnhofplatz in Verlängerung der Weiningerstrasse nur für den öV gestattet ist. Allen anderen bleibt nur die Zufahrt von der Merkurstrasse an der Post vorbei. «Das Problem ist hinreichend bekannt: Parkplatzsuchende bilden Rückstaus auf die Merkurstrasse, wodurch der Verkehrsfluss Weiningerstrasse – Merkurstrasse erheblich behindert wird», heisst es in Müllers Postulat. Um dem rückstauenden Verkehr auszuweichen, würden - nicht selten über das Trottoir - Ausweichmanöver gefahren, welche «regelmässig zu brenzligen Situationen führen».

Bereits detaillierte Überlegungen

Im Verkehrskonzept äussert sich die Stadt bereits sehr konkret zu der geplanten Massnahme. Demnach soll die Zufahrt zu den oberirdischen Post-Stellplätzen über den Bahnhofsplatz (auf der Bahnhofsseite) und die Ausfahrt über die Merkurstrasse verlegt werden (siehe Grafik). Die Taxi-Plätze sollen auf der Bahnhofsseite Platz finden.

Die Zufahrt zu den oberirdischen Post-Stellplätzen soll über den Bahnhofsplatz (auf der Bahnhofsseite) und die Ausfahrt über die Merkurstrasse verlegt werden.

Die Zufahrt zu den oberirdischen Post-Stellplätzen soll über den Bahnhofsplatz (auf der Bahnhofsseite) und die Ausfahrt über die Merkurstrasse verlegt werden.

Marco Trancredi

Das Konzept geht sogar sehr ins Detail: «Die Kiss+Ride-Stellplätze sind entweder auf die Stellflächen entlang der SBB-Gleise (Nähe Mobility) oder auf einen Teil der Post-Stellplätze zu verlagern.» Durch dieses neue Betriebskonzept werde erreicht, dass der durchgehende Verkehr der Route Weininger-/Merkur-/Bäckerstrasse nahezu ungehindert von Parkiervorgängen fliessen könne.

Auf Nachfrage, warum diese Verkehrsführung nicht bereits umgesetzt wurde, antwortet Stadtpräsident Otto Müller zunächst ausweichend. Die Umsetzung sei sinnvoll und werde zu einer Verbesserung der Verkehrssituation führen. Und: Sie sei für das Jahr 2020 geplant.

«Gut investiertes Geld»

Eine Zeitplanung, die Philipp Müller, Otto Müllers Sohn, nicht nachvollziehen kann. Die Lösung der äusserst unbefriedigenden Verkehrssituation dulde keinen weiteren Aufschub. Die Massnahme sei sobald als möglich zu realisieren. «Die Stadt sollte keine Papiertiger produzieren. Es muss endlich gehandelt werden. Ich denke, dass man diese Massnahme isoliert umsetzen kann, ich sehe nichts, was dagegen spräche.»

«Die Stadt sollte keine Papiertiger produzieren. Ich denke, dass man diese Massnahme isoliert umsetzen kann.» Philipp Müller, FDP-Gemeinderat in Dietikon

«Die Stadt sollte keine Papiertiger produzieren. Ich denke, dass man diese Massnahme isoliert umsetzen kann.» Philipp Müller, FDP-Gemeinderat in Dietikon

zvg

Auch finanzielle Gründe sind in Philipp Müllers Augen kein Hinderungsgrund. Die Stadt selbst schätzt die Kosten für die Massnahme auf 143 000 Franken. Das sei für ein Strassenprojekt nicht so teuer veranschlagt, so Philipp Müller. «Wenn der Verkehr dadurch flüssiger und sicherer gemacht werden kann, dann ist das gut investiertes Geld.»

Auf die Frage, wie es zur heutigen Verkehrsführung kam, verweist Otto Müller auf den Zeitenwandel. Als das heute gültige Regime eingeführt wurde, sei die Verkehrsmenge deutlich geringer gewesen; auch hätten weniger Busse über den Platz zirkuliert. «Damals genügte das, heute nicht mehr. Der Handlungsbedarf ist gross.»

Dennoch brauche das Projekt einen gewissen Planungsvorlauf. «Es gibt Abhängigkeiten wie beispielsweise die Busführung und die genaue Platzierung der Taxistände. Nötig sind ausserdem auch Absprachen mit dem Kanton und der SBB», so Otto Müller. Der Stadtrat prüfe jedoch, ob die Umsetzung allenfalls um ein Jahr vorgezogen werden könne.