Es war am 14. September 2010, als «Kommissar Zufall» in Oberglatt zuschlug. Die Polizei fahndete eigentlich nach illegalen innerasiatischen Putzfrauen und kontrollierte deshalb eine Wohnung eines mit einer Mongolin verheirateten Schweizers.

Professionell eingerichtete Hanfplantage

Die Ordnungshüter fanden zwar keine Schwarzarbeiterin. Dafür stiessen sie auf eine professionell eingerichtete Hanfplantage. Der heute 30-jährige Mieter und Flugzeugelektriker wurde festgenommen. Allerdings wurde der eigentliche Besitzer der Drogen erst drei Tage später verhaftet.

Es handelte sich um einen 26-jährigen Italiener aus Birmensdorf. Er hatte die Indoor-Anlage eingerichtet. Mit dem Ziel, mit den 90 Pflanzen möglichst viel Marihuana zu verkaufen.

Die beiden Männer mussten sich vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten. Sie hatten sich neben der Einrichtung einer verbotenen Hanfplantage auch je ein Verkehrsdelikt geleistet.

Der Italiener war mit seinem Personenwagen auf der Waldegg mit rund 92 km/h statt 60 km/h stadtauswärts in Richtung Birmensdorf gerast. Sein Komplize war ohne Führerausweis in eine Polizeikontrolle geraten und hatte sich als seinen Bruder ausgegeben.

Tankstelle überfallen

Die zuständige Staatsanwältin verlangte hohe Geldstrafen. 300 Tagessätze zu 80 Franken für den Birmensdorfer Montage-Elektriker. Wobei der mehrfach vorbestrafte Mann – er hatte unter anderem eine Tankstelle überfallen – die 24 000 Franken bezahlen sollte.

Für den ehemaligen ZSC-Eishockey-Spieler aus Oberglatt forderte sie eine bedingte Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 80 Franken. Allerdings sollte er drei frühere Geldstrafen von insgesamt über 20000 Franken bezahlen.

Die Verteidiger setzten sich für deutlich mildere Strafen ein und verwiesen auf die umfassenden Geständnisse ihrer Klienten, die heute einer regelmässigen Arbeit nachgehen.

Gericht senkte Anträge der Anklage deutlich

Die Anwälte hatten Erfolg. Das Gericht senkten die Anträge der Anklage deutlich. Der hauptbeschuldigte Italiener erhielt als Urheber eine unbedingte Geldstrafe von 250 Tagessätzen zu 40 Franken. Womit er statt 24000 Franken nur noch 10000 Franken abliefern soll.

Der Ex-Sportler kassierte eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 60 Franken. Immerhin muss er eine widerrufene Vorstrafe von 20 Tagessätzen zu 100 Franken bezahlen. Zum Schluss zeigten sich beide Beschuldigten zufrieden und verliessen sichtlich erleichtert den Gerichtssaal. Allerdings mit einer deutlichen Warnung der Gerichtspräsidentin, die von einer allerletzten Chance gesprochen hatte.