Schlierefäscht
Stapi Brühlmann: «Ich würde nicht von Gräben sprechen»

Gestern ist der Startschuss für das zehntägige Stadtfest «Schliere lacht» gefallen. Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin erklärt im Interview, warum die Stadt gerade heute das gemeinsame Feiern braucht.

Florian Niedermann
Merken
Drucken
Teilen
OK-Präsident Rolf Wild und Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin eröffnen mit Clown Mugg das Fest!.jpg

OK-Präsident Rolf Wild und Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin eröffnen mit Clown Mugg das Fest!.jpg

Limmattaler Zeitung

Herr Brühlmann, gestern startete das zweite Mal nach 2011 ein Stadtfest mit zehntätigem Programm. Wozu dieser Gigantismus?

Toni Brühlmann-Jecklin: Stadtfeste haben in Schlieren Tradition. 2011 haben wir mithilfe eines sehr professionellen Organisationskomitees erstmals ein Programm für zehn Tage auf die Beine gestellt. Nach dem durchschlagenden Erfolg war das OK bereit, es auch dieses Jahr wieder an die Hand zu nehmen. Es sprach also nichts dagegen. Und unsere Erfahrung zeigt, dass der Aufbau-Aufwand für ein dreitägiges Fest fast gleich gross ist, wie für zehn Tage. Er steht bei einem grösseren Fest mit dem Ertrag also in einem besseren Verhältnis.

Das Fest ist ja nicht auf Profit ausgerichtet. Was meinen Sie also mit Ertrag?

Zum einen natürlich der finanzielle Ertrag für die Vereine und Gastrobetriebe. Der Aufwand, den sie für den Bau und die Vorbereitung ihrer Stände betreiben, ist gleich gross, wenn sie nur ein Wochenende lang darin wirtschaften können.

Toni Brühlmann-Jecklin, SP, Stadtpräsident Schlierens

Toni Brühlmann-Jecklin, SP, Stadtpräsident Schlierens

ZVG

Sie deuteten eine andere Form des Ertrags an.

Gerade weil das Fest so lange dauert, löst es in der Stadt schon im Vorfeld einiges aus. Viele verschiedene Einrichtungen, wie etwa die Schulen, die verschiedenen Glaubensgemeinschaften oder auch Seniorenvereine überlegen sich, wie sie zum Fest etwas beitragen könnten. Der grosse Zeitrahmen gibt auch kleineren Gruppierungen die Möglichkeit, sich einbringen zu können. Ansonsten würde sich das Angebot wohl vor allem auf die Stars auf der Bühne und die Festwirtschaften beschränken. Gerade weil sich eine vielfältige Festbewegung entwickeln kann, lohnt es sich, ein Fest so gross aufzuziehen.

Das wechselhafte Wetter schreckt am dritten Tag des Schlierefäschts offenbar niemanden ab Vor der Zentrumsbühne tummeln sich bereits wieder weit über 100 Besucher
43 Bilder
Die Mugg-Bühne steht am Sonntag plötzlich nicht mehr auf dem Stadtplatz. Aber warum?
Wassershow - Licht und Musik vereint
Zentrumsbühne in Schlieren
Tolle Show
Staunende Kinder lauschen Clown Mugg
Staunende Kinder lauschen Mugg
Stand mit Plüschtieren
Publikumsmagnet Nicolas Senn
OK-Präsident Rolf Wild, Stadtpräsident Toni Brühlmann, Clown Mugg eröffnetn das Fest
Knackeboul - Hey Schliere
Knackeboul - Die lustigste Bühen ever
Knackebouls Schlieren-Post
Hackbrettspieler Nicolas Senn hat viele Fans in Schlieren
Hackbrettspieler Nicolas Senn hat viele Fans in Schlieren - einmal lächeln bitte
Hackbrettspieler Senn - das Original und sein Bild
Erst die Wassershow, dann Knackeboul
Freestyle-Rap
Die Wassesrshow in Schlieren steigt täglich
Farbenprächtig sind auch die Bowlen
Die Wassershow wird gefilmt - als Erinnerung und Facebook-Post
Das Publikum wartet auf die Wassershow
Bekannte treffen
Der Schweizer Rapstar am Schlierefäscht
Wassershow - Licht und Musik vereint
Vor der Zentrumsbühne füllen sich die Bänke
Wohin So viele Möglichkeiten! Da hilft Kalorienzufuhr - Pommes, yeah
Ein unglücklich gewählter Slogan
Manchmal bleibt vom Spass nur noch ein Haufen Schnipsel übrig! Eröffnung im Stadtplatzzelt
Von einer Flugshow stand nichts im Programmheft
Der Hackbrettspieler Nicolas Senn, das Original mit seinem Bild
Da fühlt man sich gut aufgehoben Die Sanitätspatrouille im Einsatz. Die Bilanz Fraitagabend 19.11 Uhr eine Schnittwunde eines Küchenangestellten und eine Quetschung mittels Drumstick. Der glücklose Musiker im Bild
Die ersten roten Nasen
Ursula Bähr - die Schlieremerin wohnte 50 Jahre in Barcelona
Ich han imfall meh Spass als all Chind zäme Rolf Schlatter am Konzert von Marius und die Jagdkapelle
OK-Präsident Rolf Wild und Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin eröffnen mit Clown Mugg das Fest!
Ein Fest für Gallier
Kinder lauschen Clown Mugg
Der Bär ist los - Keyboarder von Marius und die Jagdkapelle
Applaus
OK-Mitglied Christian Telli freut sich, dass es endlich losgeht
Confiserie Tschannen - mit Würsten
Blumengirlanden

Das wechselhafte Wetter schreckt am dritten Tag des Schlierefäschts offenbar niemanden ab Vor der Zentrumsbühne tummeln sich bereits wieder weit über 100 Besucher

Florian Niedermann

Derzeit verlaufen in Schlieren innerhalb der Bevölkerung tiefe Gräben, etwa was die Limmattalbahn oder den Umgang mit der zunehmenden Verdichtung des Siedlungsgebiets angeht. Braucht es solche Feste auch, um Schlieremer wieder zusammenzuschweissen?

Diese Themen werden sicher heftig diskutiert, auch wenn ich nicht von Gräben sprechen würde. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass das gemeinsame Feiern für unsere Stadt sehr wichtig ist. In Zeiten, in denen sich die Zusammensetzung der städtischen Bevölkerung von Jahr zu Jahr ändert und sich Spannungen zwischen der dörflichen Welt und der Urbanität auftun, stiftet ein Stadtfest dieser Dimension Identität. Alteingesessene wie auch Neuzuzüger stellen dabei fest, wie viel Lebensqualität die Bewegung in Schlieren mit sich bringen kann.

Am Schlierefäscht zeigt sich, wie viel kreative Energie in der Stadt vorhanden ist. Bei soviel Innovationsgeist erstaunt es, dass die Stadt es bislang nicht schaffte, für grössere Veranstaltungen einen Ersatz für den Salmensaal zu schaffen.

Wir sind in diesem langwierigen Projekt nun auf einen guten Weg. Der Stadtrat hat kürzlich einen Kredit für eine Machbarkeitsstudie gesprochen, um abzuklären, was auf dem Platz neben dem künftigen neuen Verkehrskreisel im Zentrum möglich ist. Ein Projekt wie die Neugestaltung des Zentrums und der Bau eines Stadtsaales lässt sich nun mal nicht über das Knie brechen.

Was heisst das? Wird der «Tag der Wirtschaft» am Schlierefäscht 2019 bereits an einem neuen Kongresssaal stattfinden können?

Die Zeit bis 2019 dürfte knapp bemessen sein, um einen neuen Saal zu bauen. Aber wir peilen einen Zeithorizont um 2020 herum an.

Neun Festtage bleiben noch. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ganz fest freue ich mich auf kleinere Angebote, wie etwa die Show der Schulklassen vom «Chalchi» am Dienstagnachmittag um 15 Uhr oder das Konzert von «Noi Insieme» vom Samstag in einer Woche. Natürlich werde ich mir auch einige Auftritte der Stars auf der Bühne ansehen. Es ist wichtig, dass trotz der gigantischen Komponente des Fests auch das Kleine Feine seinen Platz hat.

Und wird man sie auch am Konzert der «Spider Murphy Gang» heute Abend antreffen?

Ich hoffe sehr, dass ich mir irgendwie die Zeit für diesen Auftritt freischaufeln kann.