Geroldswil
Stanislas Wawrinka hilft beim korrekten Entsorgen und Recyclen

Die Entsorgungsanlage Giessacker feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Anlass genug, die Bevölkerung für das Thema Entsorgung zu sensibilisieren. Als Stargast ist auch Tennisprofi Stanislas Wawrinka zugegen und hilft mit, wenn auch nur auf den Plakaten.

Franziska Schädel
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Wawrinka hilft beim Entsorgen
5 Bilder
Hund Cheyenne auf der Sperrgutwaage
Mit Kasperli und Co gegen Abfallsünder
Entsorgungsanlage in Geroldswil
Wie viele Kapseln sind das wohl

Wawrinka hilft beim Entsorgen

Franziska Schädel

Ein Pfannendeckel, ein Ofenrohr und eine Coladose kommen zu letzten Ehren: Am Geroldswiler Recycling Event basteln Besucherinnen und Besucher gemeinsam zwei fantasievolle Figuren, mit denen die Gemeinde am «Prix Alu» teilnehmen wird. Herr Rezikla und Frau Reziklina beweisen: Auch Abfall kann Kunst sein.

Die Sammelstelle Giessacker feiert heuer ihr 10-jähriges Bestehen. Seit Beginn dieses Jahres wird sie wieder von der Gemeinde selber geführt. Man wolle es besser machen und mehr bieten, erklärt Laura Zingg von der Gemeindeverwaltung: «Früher musste für vieles bezahlt werden und die Anlage war nur zu bestimmten Zeiten offen. Heute können die Bewohnerinnen und Bewohner ausser Sperrgut alles gratis entsorgen.»

Eine Windel im Altpapiercontainer

Bei Bratwurst, Bier und politisch korrektem Mohrenkopf sind sich die Leute einig: Die Sammelstelle ist eine gute Sache. Mit Bild und Text bezeichnete Container laden ein, korrekt zu entsorgen: Batterien zu Batterien, Kaffeekapseln zu Kaffeekapseln und den Staubsauger zum Elektroschrott. Trotzdem: Im Altpapiercontainer sei auch schon mal eine Windel zum Vorschein gekommen, erzählt Veronika Thurova, Lernende beim Werkhof Geroldswil.

Ihr Kollege Patrick Meier staunt darüber, was die Leute alles zur Sammelstelle bringen, vor allem beeindruckt ihn die Abfallmenge. Er arbeitet gerne hier, denn der Kontakt zu den Menschen macht ihm Spass. «Wir bekommen viele Komplimente», freut er sich. Finanzvorstand Beat Schmid erinnert sich: «In meiner Jugend kannte man nur die Zeitungssammlungen. Heute sind wir eine Wegwerfgesellschaft.»

Auch Stanislas Wawrinka hilft an diesem Samstag in Geroldswil, Abfall zu trennen - wenn auch nur von der Plakatwand herunter. Der Schweizerische Recycling Dachverband versucht mit Unterstützung von Prominenten, die Bevölkerung für das Thema Entsorgung zu sensibilisieren. Anita Leuthold stellt der Gemeinde Geroldswil ein gutes Zeugnis aus. «Das Konzept überzeugt, alles läuft speditiv und ist sehr kundenfreundlich», sagt sie.

Auch Bratwürste artgerecht entsorgt

Der Aufruf des Tennis-Cracks scheint zumindest an diesem Vormittag nicht auf taube Ohren zu stossen. Flaschen klirren sauber getrennt nach Farben in die Container. Hier fliegt ein kaputtes Lampengestell zum Elektroschrott, dort ein Blumentopf zum Grubengut.

Auch Hunde nimmt die Sammelstelle entgegen. Eben wird Hündin Cheyenne auf der Sperrgut-Waage gewogen. Ihre Herrin Cony Zimmerli gibt lachend Entwarnung: «Ich wollte nur mal schauen, wie schwer mein Hund ist.» Auch sie ist zufrieden mit dem Service der Gemeinde und schätzt es, dass man jetzt auch ausserhalb der Öffnungszeiten Papier, Glas und Karton entsorgen kann. «Jetzt fehlt nur noch ein Container für Plastik», sagt sie.

Auch die Bratwürste werden artgerecht entsorgt. «Schon 200 Stück sind weg», freut sich Laura Zingg und sorgt flugs für Nachschub. Inzwischen beugen sich Annemarie Scherer und Yvonne Polentarutti interessiert über einen Wettbewerbstalon. «Wissen Sie, wie viele Kaffeekapseln da drin sind?» Annemarie Scherrer tippt auf 1500, ihre Freundin meint, 2100 seien es bestimmt. Der Schüler Remo wirft einen prüfenden Blick auf die Kapseln und sagt selbstbewusst: «6000! - oder vielleicht doch nur 1000?» Er ist sicher, dass er den ersten Preis gewinnen wird.

Die Kleinen lassen sich derweilen von Angelina Kreyenbühl und ihren Kasperlifiguren davon überzeugen, dass Abfall nicht in den Wald gehört. Dejan weiss das schon lang: «Batterien darf man nicht in den Kübel werfen, sonst brennts.»