Die Standortförderung Limmattal war schon immer eine Befürworterin der geplanten Limmattalbahn. Nun will der Verein, der aktuell 110 Mitglieder hat, aber noch einen Zahn zulegen: Der Vorstand hat beschlossen, im Rahmen seines Tätigkeitsprogramms 2015 einen Schwerpunkt auf das Projekt Limmattalbahn zu legen.

Die Projektarbeiten seien auf gutem Weg und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage habe positive Resultate gezeigt, heisst es in einer gestern versandten Medienmitteilung. Im Zusammenhang mit der in letzter Zeit lauter werdenden Kritik ruft die Standortförderung jedoch zur konstruktiven Zusammenarbeit auf: «Partikularinteressen dürfen nicht dazu führen, dass die Limmattalbahn als Ganzes gefährdet wird. Diese Bahn ist dringend nötig.»

Verkehrswachstum bewältigen

Der Verein Standortförderung, in dessen Vorstand Vertreter Limmattaler Gemeinden und Wirtschaftsverbände sitzen, weist darauf hin, dass das Limmattal im Grossraum Zürich zu den Regionen mit dem grössten Entwicklungspotenzial gehört. «Unabhängig davon, ob wir das wollen oder nicht, steht ein starkes Wachstum bevor, das nur sehr begrenzt durch behördliche Interventionen gesteuert werden kann», heisst es in der Mitteilung.

Weil bis 2030 die Anzahl der Arbeitsplätze um knapp 30 Prozent, die Wohnbevölkerung um 17 Prozent zunehmen dürfte, brauche es die Limmattalbahn, um das zusätzliche Verkehrswachstum zu bewältigen. Die Bahn entlaste die Strasse, sie schaffe attraktive Verkehrsverbindungen und erhöhe die Kapazität auf der Hauptachse.

Begründete Kritik ernst nehmen

Natürlich sei es niemals möglich, bei Linienführungsfragen sämtliche Interessen vollkommen zufriedenzustellen, schreibt die Standortförderung – und nimmt damit Bezug auf den Streit um die Linienführung im Schlieremer Spitalquartier und im Dietiker Zentrum. Deshalb gelte es, «begründete Kritik an der Linienführung sowie bei den flankierenden Massnahmen ernst zu nehmen und die Suche nach konstruktiven Lösungen voranzutreiben». Die Standortförderung ist aber überzeugt davon, wie sie schreibt, «dass das Bestreben aller Beteiligten ernsthaft darauf gerichtet ist, auf Befürchtungen und Kritiken einzugehen».