Noch ist das Stück Land — umrahmt von Stadthaus, Stadtpark und Badenerstrasse — ein von Pflanzen bewachsenes Wirrwarr. Doch bereits in anderthalb Jahren werden hier 29 Wohnungen auf zwei Bauten verteilt stehen — das Projekt heisst «Wohnen am Park» und feierte gestern Spatenstich. Alle beteiligten sind sich bewusst, dass es sich bei der Bebauung dieses Stücks Land um eine sensible Angelegenheit handelt. Dem ehemaligen Dorfkern wird ein urbaner Anstrich verliehen. Der Schlieremer Hochbauvorstand, Markus Bärtschiger (SP), verweist darauf, dass die Stadt von Anfang an wollte, dass diese Überbauung die umliegenden Gebäude miteinander verbindet. Eine knifflige Aufgabe für die beiden Bauherren Paul Burkhard und Ursula Baer.

Verhandlungen dauerten 4 Jahre

Erst im März 2013 wurde das über 200 Jahre alte Bauernaus abgerissen, welches zuvor auf dieser Parzelle stand. Erst wurde es aber aus dem Inventar der schützenswerten Bauten entlassen. Das Verdikt: zu heruntergekommen, um erhaltensfähig zu sein. Die Pläne für die Überbauung «Wohnen am Park» gehen doch bereits drei Jahre zurück. Damals verstarb Paul Burkhards Mutter, die alleine auf ihrem Grundstück an der Brunngasse wohnte. Ursula Baer, Besitzerin der Parzelle an der Badenerstrasse, war seit Jahren bereit ihr Land zu bebauen. «Dies war jedoch nicht möglich, weil die Erschliessungen der beiden Grundstücke sehr eng verbunden sind», so Baer. Die zwei Landbesitzer gingen die Planung der Bebauung an.

Ein von Burkhard und Baer in Auftrag gegebenes städteplanerisches Konzept ergab zehn Möglichkeiten, wie die Überbauung dereinst aussehen könnte. Die Verhandlungen mit der Stadt zogen sich jedoch in die Länge, da die Ansprüche an diesen Ort höher sind als anderswo. So einigten sich Stadtrat, begleitende Kommission und Bauherren darauf, die Lücke im Blockrand an der Badenerstrasse mit einem Wohnhaus samt Gewerbefläche im Erdgeschoss zu schliessen, sowie dahinter ein fünfgeschössiger Solitärbau mit rund 1000 Quadratmeter Balkonfläche zu erstellen. Zwischen den Gebäuden entstehen Grünflächen sowie ein Spielplatz.

Unter dem Gebäude an der Badenerstrasse wird eine ebenerdige Passage entstehen, welche das Schlieren südlich des Gemeindehauses direkt mit der Badenerstrasse und somit dem künftigen Stadtplatz verbinden wird. «So entsteht ein Mehrwert für die ganze Stadt», ist sich Burkhard sicher.

«Uns war von Beginn an wichtig, etwas für die alten Schlieremer zu bauen», sagt Burkhard. Sie sollen die Möglichkeit haben, in ihre alte Heimat zurück zu kommen. Eine qualitätsvolle Überbauung solle es werden, fügt Baer an. Die Mieter, welche mit «Wohnen am Park» angesprochen werden sollen, sind vornehmlich älteren Semesters. «Alle Wohnungen sind rollstuhlgängig, die Bäder ebenerdig begehbar», so Burkhard. Dass nur ältere Mieter infrage kämen, sei jedoch nicht der Fall, schliesslich ist dem Umschwung ein Spielplatz enthalten — dies eine der städtischen Auflagen an das Projekt.

Nicht höher als der Kirchturm

Auch der Arboner Architekt Christian Meng, der für die Überbauung verantwortlich zeichnet, ist erfreut, dass es nun endlich mit dem Bau losgehen kann. Für ihn sei es etwas sehr Spezielles gewesen, an einem derart wichtigen städtebaulichen Ort ein Projekt — sein erstes in Schlieren — realisieren zu können. «Trotz des prominenten Erscheinungsbildes der beiden Bauten nehmen wir Rücksicht auf die Umgebung», sagt er. Die Vorgaben der Stadt — beispielsweise darf keines der Gebäude höher als der nahe gelegene Kirchturm sein — habe man allesamt erfüllt.