Schlieren West

Stadtsiedlung Reitmen bereits im Bau: «Man ist froh, wird hier kein Occasionshandel mehr betrieben»

Bald wird Leben in die Schlieremer Stadtsiedlung Reitmen einkehren. Das nächste Grossprojekt ist bereits im Bau.

Wer vom Pausenplatz des Schulhauses Reitmen gegen Westen blickt, sieht Imposantes. Auf zwei Baufeldern entstehen zehn Gebäude, in die in den kommenden Monaten Hunderte von Personen ziehen werden. Die verschiedenen Gebäude werden durch den Fussweg Parkallee miteinander und mit dem bereits bestehenden Quartier verbunden.

Als zukunftsweisendes Wohnprojekt bezeichnen die Verantwortlichen von «Wagonlits» (französisch für Schlafwagen) ihre Pläne, die derzeit direkt beim Schulhaus Reitmen realisiert wird. Im Auftrag der Schweizerischen Immobilien- und Anlagestiftung Ecoreal werden hier 97 1-Zimmer- und 66 2-Zimmer-Wohnungen erstellt. Die sehr heterogene Mieterschaft werde das Bedürfnis haben, «den Wohnraum flächenmässig zu optimieren», heisst es auf der Website der Architekten.

Man verstehe sich als Teil von Schlieren West und als Ergänzung zum Angebot von 3-und 4-Zimmer-Wohnungen. Diese Konzentration von kleinen Wohnungen ermögliche zudem zusätzliche Leistungen, die auch vom umliegenden Quartier benutzt werden können. Damit meinen die Verantwortlichen ein rund um die Uhr bedientes Café und eine Wäscherei.

Fast fertig ist man hingegen auf dem westlichen Nachbargrundstück. Im August können bereits die ersten Mieter der Stadtsiedlung Reitmen ihre neuen Wohnungen beziehen. Total werden dort dereinst rund 350 Menschen wohnen. In den letzten Jahren entstanden hier 177 Wohnungen in unterschiedlichen Grössen. Rund 80 Prozent davon sind schon vermietet, wie Bruno Fritschi von der Bauherrenvertreterin, der Anlagestiftungen Turidomus und Adimora, auf Anfrage sagt. Besonders beliebt seien spezielle Wohnformen wie etwa Alters- oder Cluster-Studios – hier bewarben sich rund fünf Mal mehr Personen wie Objekte vorhanden sind. Aktuell sind noch rund 20 Prozent der Wohnungen des Quartiers zu haben, vorwiegend 4,5-Zimmer-Wohnungen für zwischen 2400 und 2800 Franken monatlich.

25 Prozent der Mieter stammen aus Schlieren

Woher kommen die Menschen, die ab Spätsommer neu in Schlieren wohnen werden. «Üblicherweise kommen die Mieterinnen und Mieter bei einem solchen Grossprojekt zu zwei Dritteln aus der Standortgemeinde selbst. Hier ist das anders», sagt Fritschi. Lediglich 25 Prozent der Neuzuzüger stammen aus Schlieren. «Weitere 40 Prozent ziehen aus einer direkten Nachbargemeinde zu uns.»

An den diversen Anlässen, die im Showroom der Siedlung durchgeführt wurden, habe man gespürt, dass sich das Quartier freut. «Man ist froh, dass nicht mehr Auto-Occasionshandel betrieben wird, sondern ein lebendiges Quartier entsteht», sagt Fritschi. Und es entsteht so einiges. Die Stadt wird ihre erste Spar-Filiale erhalten und im Blue Box Café wird es neben Ravioli und Sandwiches auch Crêpes geben. «Weil es uns wichtig war, dass die Quartierbewohner solche Angebote haben, kamen wir den Gewerbetreibenden bei den Mietpreisverhandlungen weit entgegen», sagt Fritschi. Mit Katharina Barandun, die in den Dietiker Limmatfeld und Hofacker als Siedlungscoach agiert, wird ein bekanntes Gesicht dafür Sorgen, dass das Quartier Zusammenhalt entwickelt.

Man habe bei der Entwicklung darauf geachtet, dass nicht nur eine Überbauung, sondern eine Siedlung entstehe, erklärt Fritschi weiter. Dafür sei auch der Brunnen ein wichtiger Faktor. Er stammt vom Bündner Künstler Flurin Bischoff und springt durch seine geschwungene Form direkt ins Auge. «Er soll den Quartierplatz aufwerten. Nicht nur Kinder können dereinst darin Plantschen, auch einer Harasse Bier dient er als kühler Lagerplatz.»

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