Schlieren

Stadtrat wird 18 Jahre altes Postulat Habegger erneut nicht los

Wer erleben wolle, wie ein einst wohnliches Quartier mit viel Aufwand zerstört werde, solle in den nächsten Tagen an der Spitalstrasse vorbeischauen, sagte Gemeinderätin Heidemarie Busch (CVP).

Wer erleben wolle, wie ein einst wohnliches Quartier mit viel Aufwand zerstört werde, solle in den nächsten Tagen an der Spitalstrasse vorbeischauen, sagte Gemeinderätin Heidemarie Busch (CVP).

Die Limmattalbahn, und was sie alles mit sich bringt, war am Montag ebenfalls Thema im Schlieremer Parlament. Der Stadtrat hatte die Abschreibung zweier Postulate beantragt, die schon lange auf seiner Pendenzenliste stehen.

Nur eines davon kann der Stadtrat nun aus seiner Schublade nehmen und im Archiv ablegen: jenes von Spitalstrassenanwohnerin Heidemarie Busch (CVP) aus dem Jahr 2012. In diesem hatte sie den Stadtrat um eine Verlängerung des Limmattalbahn-Tunnels zwischen Badener- und Färber­hüslistrasse gebeten. Ginge es nach Busch, würde man den Tunnel bis ins Urdorfer Industriequartier Luberzen bauen – denn im Spitalquartier sei die Limmattalbahn ein grosses Sicherheitsrisiko und äusserst lärmbelästigend, wie Busch vor knapp acht Jahren schrieb.

Nun, 2020, sind die Bauarbeiten für den Färberhüslitunnel in vollem Gange und eine Änderung der Pläne nur noch Utopie. Busch sah das gleich wie der Stadtrat: «Er hat Recht. Man muss nur alles lange genug in der Schublade liegen lassen, dann erledigt es sich meistens von selbst.» Busch schlug den Bogen zum Rosengartentunnel, über den nächsten Sonntag abgestimmt wird. Dieser sei auch auf den Meter hinuntergerechnet «sehr, sehr viel teurer» als eine Verlängerung des Färber­hüslitunnels. Dass der Stadtrat diese Verlängerung – «im Verhältnis zum Nutzen» – als zu teuer empfinde, kritisierte sie mit deutlichen Worten: «Es sind also nutzlose Personen, die dort wohnen. Sie dürfen Steuern zahlen und sollen dann schweigen. Es wäre ein Tunnel gewesen, der Schlieremer Einwohnern die Lebensqualität erhalten hätte. Aber es sind eben nur Bewohner vom Spitalquartier.» Wer erleben wolle, wie ein einst wohnliches Quartier mit viel Aufwand zerstört werde, solle in den nächsten Tagen an der Spitalstrasse vorbeischauen, so Busch.

Nicht abgeschrieben wurde hingegen das Postulat der früheren Gemeinderätin Marianne Habegger (SVP), das Ende Oktober 2001 eingereicht wurde und verkehrsberuhigende Massnahmen an der Spitalstrasse anregte. Der Stadtrat sieht dieses Anliegen als erfüllt an, weil mit der Limmattalbahn auf der Spitalstrasse bereits beruhigende Massnahmen umgesetzt werden. Beat Kilchenmann (SVP) wandte aber ein, dass es beim Postulat um die ganze Spitalstrasse gehe: «Diese ist wesentlich länger als der Abschnitt, auf dem die Limmattalbahn fahren wird.» Man könne daher gut nochmals drei Jahre warten und schauen, wie sich die Situation entwickle, wenn die Bahn fertig ist. Entsprechend stellte er den Antrag, das Postulat nicht abzuschreiben. Das Parlament folgte mit 28 zu 2 Stimmen Kilchenmanns Antrag. Das Postulat bleibt in der Stadtratsschublade.

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