Die Park-’n’-Ride-Anlage beim Bahnhof Schlieren wird wohl nicht ersetzt – auch nicht an einem anderen Ort in der Stadt. Darauf lässt eine Äusserung von Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP) zum Thema Freiluftparkplätze auf Stadtgebiet schliessen. Anfang Januar wurde bekannt, dass die SBB ihre 52 Park-’n’-Ride-Parkplätze an der Güterstrasse beim Bahnhof Schlieren bei der Erstellung ihrer Wohnüberbauung mit Gewerbenutzung ersatzlos streichen. Darauf reagierten vor allem bürgerliche Kreise mit Kopfschütteln. Sie kritisierten, dass die von den SBB vorgeschlagene Ersatzlösung im Parkhaus des Parkside-Gebäudes keine echte Alternative bietet.

Sicherheitsgefühl ist schlecht

Besonders Frauen würden nachts Tiefgaragen wegen des Sicherheitsgefühls nur ungern nutzen, sagte etwa die Schlieremer FDP-Präsidentin Barbara Angelsberger. Jürg Naumann, Präsident des Quartiervereins Schlieren, lancierte kurz darauf eine kleine Anfrage, in der er eine Park-’n’-Ride-Anlage auf dem Chilbiplatz vorschlägt. Er sei aber auch für bessere Optionen offen, auf die der Stadtrat bei den Abklärungen für die Beantwortung des Vorstosses stosse, so Naumann.

Auf den Vorschlag angesprochen sagt Bauvorstand Bärtschiger, dass er auf das Ansinnen des Vorstosses nicht eingehen wolle, um die Antwort des Stadtrats nicht vorwegzunehmen. Generell mache es aus raumplanerischer Sicht Sinn, wenn eine Parkanlage einer Überbauung weiche: «Der Nutzen eines Wohn- und Gewerbegebäudes ist für die Stadt grösser, als der eines Parkplatzes.» Vor diesem Hintergrund könnten im verdichteten Siedlungsgebiet heute keine oberirdischen Parkanlagen mehr geschaffen werden, so Bärtschiger weiter. Komme dazu, dass man die Bevölkerung auch dazu bringen wolle, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Und schliesslich verweist der Bauvorstand auch darauf, dass nördlich des Bahnhofs weiterhin eine Park-’n’-Ride-Anlage bestehe, die zu Fuss vom Bahnhof aus gut zu erreichen sei.

Der Stadtrat arbeitet bei der Neugestaltung des Bahnhofareals bereits seit fünf Jahren eng mit den SBB zusammen. Im Herbst dieses Jahres soll dort der Baustart erfolgen. Dabei soll auch die bestehende Unterführung zu den Gleisen westlich des Bahnhofgebäudes erneuert und verkürzt werden, wie der Stadtrat vor kurzem mitteilte.

Stadt zahlt Sammelstelle selbst

Der Zugang zur Unterführung wird in das neue SBB-Gebäude integriert. Gleichzeitig soll im westlichen Bereich des Bahnhofareals eine neue Wertstoffsammelstelle errichtet werden. Die Kosten für die Erneuerung der Unterführung trägt die Stadt zur Hälfte mit, die Sammelstelle bezahlt sie selbst. Für die beiden Vorhaben sprach der Stadtrat Beiträge von 280'000 und 130'000 Franken.