22 von 36 Dietiker Gemeinderäten unterzeichneten im November 2017 ein Postulat von Lucas Neff (Grüne). Im Dezember wurde es überwiesen. Die Forderung: Die Terrasse der Demenzabteilung im Alters- und Gesundheitszentrum (AGZ) Ruggacker soll besser vor Sonne und Regen geschützt werden.

In seiner letzten Sitzung hat der Stadtrat nun seinen Bericht zu diesem Postulat verabschiedet. Wie er schreibt, arbeite man bereits an einer Verbesserung des Windschutzes auf der Dachterrasse. Der Heimbetrieb und die Hochbauabteilung hätten erste Abklärungen getroffen, so etwa hinsichtlich Baurecht und Statik. Die Frage nach einem zusätzlichen Sonnen- und Regenschutz werde nun in die Weiterbearbeitung dieser Sache aufgenommen, hält der Stadtrat fest.

Weiter ging es in Neffs Postulat darum, dass die drei Pflegewohngruppen im AGZ über keinen direkten Aussenraum, sprich: keine Balkone, verfügen.

Vier Balkon-Varianten geprüft

Zusätzliche Balkone soll es auch jetzt keine geben. Denn dem Heimbetrieb sei bis anhin kein dringendes Bedürfnis nach Etagenbalkonen zugetragen worden, argumentiert der Stadtrat. Ausserdem werden die Balkonanbauten ästhetisch und bautechnisch als aufwendig und kritisch beurteilt. Und es wären hohe Baukosten zu erwarten, schreibt der Stadtrat in seinem Bericht zum Postulat.

Eine Zahl, wie hoch die Baukosten wären, nennt der Stadtrat allerdings nicht. Lucas Neff rechnete mit Baukosten von 500 000 Franken, als er sein Postulat im November eingereicht hatte.

Die städtische Hochbauabteilung hat sich überlegt, wo und wie Balkone und Terrassen erstellt werden könnten. Dabei standen vier Varianten im Fokus.

Um auf der Südostseite einen Balkonausbau zu ermöglichen, müsste im Aufenthaltsraum Platz für den Zugang freigemacht werden. Dies sei betrieblich nicht möglich, da fast alle Bewohner auf ihrer Etage essen, heisst es nun von Seiten des Stadtrats.

Würde man Balkone auf der der Bremgartnerstrasse zugewandten Nordwestseite über dem Vordach bauen, würde dies eine direkte Sicht in angrenzende Bewohnerzimmer ermöglichen, weshalb der Stadtrat auch diese Variante verwirft.

Bei der Variante Südwestseite wäre hingegen die pflegerische Aufsicht nicht gewährleistet, heisst es im Bericht des Stadtrats weiter.

Zu guter Letzt wird auch auf die vierte Variante verzichtet, die Balkone auf der Nordwestseite nicht über dem Vordach, sondern angrenzend an Loggia und Treppenhaus zu bauen. Erstellte man hier Balkone, würden sie in den Fahrbereich des Parkplatzes hineinragen; zudem müssten sie abgestützt werden. «Die architektonische Einbindung auf dieser prägnanten, dem Hauptzugang zugewandten Fassade wird als fragwürdig beurteilt», schreibt der Stadtrat weiter. Ausserdem wird diese Variante wegen hohen Baukosten verworfen.

Ob das Parlament all diese Argumente gegen Balkonanbauten so hinnimmt, wird sich noch nicht an der Sitzung von nächstem Donnerstag zeigen. Das Geschäft ist für später traktandiert.

Apropos Ruggacker: 2016 feierte das Zentrum Ruggacker sein 50-Jahr-Jubiläum – klicken Sie sich unten durch die Fotos aus der Vergangenheit