Schlieren

Stadtrat will Alterszentrum Sandbühl für 15,4 Millionen Franken verkaufen

Das Haus für Betagte Sandbühl soll verkauft werden.

Die Veräusserung des Altersheims muss erst noch einige Hürden überwinden. Zudem rechnet man mit einer hohen Schadstoffbelastung.

Der Millionenverkauf des Schlieremer Altersheims Sandbühl wird konkret. Erst kürzlich gab der Stadtrat bekannt, unter welchen Konditionen er das Grundstück an den Zweckverband Spital Limmattal verkaufen will. So sollen nach Vertragsabschluss rund 16,4 Millionen Franken auf das Konto der Stadt gelangen. Bislang bekundete der Stadtrat lediglich das Verkaufsinteresse in einem Letter of intent, den er im April vor einem Jahr unterzeichnete.

Zwischen 1972 und 1974 liess die Stadt das Altersheim erstellen, das seither Platz für 30 Pensionäre und 50 pflegebedürftige Senioren bietet. Anfang der Nullerjahre entschied die Stadt, das Gebäude nur minimal zu renovieren und lediglich noch so lange zu nutzen, bis der geplante Alterszentrum-Neubau im Stadtzentrum bezogen werden kann.

Das Sandbühl entspricht den heutigen Anforderungen eines Pflegebetriebs nicht mehr. Für eine langfristige Entwicklung des Spitals Limmattal zeigte der Zweckverband Kaufinteresse am knapp 7000 Quadratmeter grossen Stück Land. Um die notwendigen Mittel dafür zu generieren, veräusserte der Spitalverband ein Grundstück auf der anderen Seite der Urdorferstrasse. Vergangenen September genehmigte das Stimmvolk den Verkauf der Parzelle auf Urdorfer Boden an den Meistbietenden für 22 Millionen Franken.

Der Kaufvertrag umfasst drei Parzellen. Jene, auf der das Gebäude steht sowie ein Parkplatz und eine Wegparzelle. Der Verkehrswert des Landes wurde von Wüest und Partner festgelegt und von beiden Parteien akzeptiert.

300'00 Franken für Schadstoffsanierung im Gebäude

Obwohl das Sandbühl nicht auf einem Stück Land erstellt wurde, das im Kataster belasteter Standorte verzeichnet ist, rechnen die Verantwortlichen mit einer Schadstoffbelastung, primär im Gebäude.

Für die Schadstoffsanierung am Gebäude rechnet man mit Kosten von rund 300 000 Franken, hinzukommen rund 200 000 Franken für jene in der Umgebung. Die Stadt Schlieren bildet Rückstellungen in der Höhe von einer halben Million Franken für die Schadstoffsanierung im Rahmen der Rückbauarbeiten.

Bevor das Land jedoch den Besitzer wechseln kann, muss einerseits die Zustimmung der Delegiertenversammlung des Spitalverbands eingeholt werden. Auch soll der Kauf noch an die Urne kommen, damit die Einwohner des Zweckverbandsgebiets das letzte Wort haben. Andererseits muss auch das Schlieremer Parlament dem Verkauf seinen Segen geben.

Vonseiten des Stadtrats bestand bislang lediglich die Verkaufsabsicht. Was das Parlament dazu sagt, bleibt offen. Zumindest wurde an der Delegiertenversammlung des Spitalverbands vom April 2018 darauf hingewiesen, dass eine reale Möglichkeit besteht, dass das Parlament dem Vorhaben den Riegel schiebt. Eine Nachfrage bei verschiedenen Parlamentariern unterschiedlicher Couleur zeigt, dass man sich noch nicht mit dem Geschäft auseinandergesetzt hat. Dies, obwohl es schon länger im Raum steht.

Eine wichtige Personalie bildet der Schlieremer Stadtpräsident Markus Bärtschiger (SP). Er amtet nämlich auch als Verwaltungsratspräsident des Spitalverbands. Bei der Behandlung dieses Geschäfts im Stadtrat trat er in den Ausstand, wie dem Stadtratsbeschluss zu entnehmen ist.

Mit den umrissenen internen Prozessen haben die beiden Körperschaften noch knapp sieben Jahre Zeit. Denn erwerben beide Parteien bis dann keine rechtskräftigen Beschlüsse oder Genehmigungen, wird der Vertrag nichtig.

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