Der Dietiker Stadtrat mischt sich nicht in strategische und operative Fragen ein, die sich am Bildungszentrum Limmattal stellen. Dies hält er in seiner Antwort auf eine Interpellation von Ernst Joss fest. Der AL-Gemeinderat hatte sich erkundigt, weshalb die Sprachkurse gestrichen worden seien und ob der Stadtrat davon Kenntnis gehabt habe.

Das Bildungszentrum sei finanziell, strategisch und operativ von der Stadt vollständig unabhängig, schreibt der Stadtrat. So untersteht es direkt dem kantonalen Amt für Berufsbildung und wird vom Kanton finanziert. Es ist eine bedeutende Institution für die Ausbildung von Berufsleuten in den Bereichen Logistik und Technologie. «Mit aktuell 1103 Schülerinnen und Schülern in der Grundbildung aus dem ganzen Kanton hat die Schule überregionale Bedeutung.»

Zuvor waren am Bildungszentrum auch Sprachkurse angeboten worden. Je 250 Personen lernten im ersten Semester 2016 noch Deutsch und Englisch, wie der stadträtlichen Antwort zu entnehmen ist. Auch Spanisch und Italienisch erfreuten sich einer grossen Beliebtheit (knapp 90 Personen). Für Französisch hatten sich demgegenüber nur zwei Dutzend Kursteilnehmer interessiert. Die Zahlen gingen seither zurück. Auf dieses Jahr wurden die Kurse eingestellt.

Dieser Schritt sei der Stadt bekannt gewesen, bestätigt der Stadtrat. Dietikon finanziere das Bildungszentrum zwar nicht mit, pflege zu diesem aber gute Kontakte. Ein Mitglied des Stadtrates habe traditionsgemäss in der Schulkommission Einsitz, der Informationsfluss sei also gewährleistet.

Die Streichung der Kurse ist gemäss Stadtrat darauf zurückzuführen, dass sie seit längerem nur noch defizitär geführt werden konnten. «Die Schulleitung unterbreitete deshalb ein Sanierungskonzept, das auch den Abbau von defizitären Programmen vorsah. Die Schulkommission hiess dieses Konzept gut.»

Trotz dieses Abbaus: Der Stadtrat stuft das Bildungsangebot in Dietikon nach wie vor als «sehr gut» ein. Wer sich nach der obligatorischen Schulzeit weiterbilden wolle, könnte auf verschiedene privat geführte Angebote zurückgreifen. «Wenn das Bedürfnis nach Computer- oder Sprachkursen genügend gross ist, dürften diese Anbieter auch wieder entsprechende Angebote auf den Markt bringen.» 

Diese Antwort befriedigt Joss nicht restlos. Er würde sich wünschen, dass der Stadtrat im Weiterbildungsbereich aktiver wäre, sagt er. (liz)