Freilaufende Hunde auf öffentlichen Plätzen und in Parks lösen bei einigen Menschen Unbehagen aus. Jürg Naumann, Schlieremer Gemeinderat des Quartiervereins (QV), lancierte daher eine Motion, in welcher er eine strengere Handhabung der Leinenpflicht für Hunde verlangte. Nun entschied der Stadtrat, den Vorstoss nicht entgegenzunehmen. Die kantonale Gesetzgebung reiche vollkommen aus, heisst es.

In seinem Motionstext verweist Naumann zwar auf die kantonale Gesetzgebung, in welcher eine Leinenpflicht an gewissen Orten wie öffentlichen Spielplätzen verankert sei. «Nur wird in Schlieren leider weder danach gelebt, noch werden fehlbare Hundehalter darauf aufmerksam gemacht oder gebüsst», schreibt er. Daher verlangte er von der Exekutive, auf öffentlichen Spielplätzen, Schulanlagen sowie in öffentlichen Parks eine Leinenpflicht einzuführen.

Der Stadtrat schätzt die Lage anders ein. So stelle das kantonale Hundegesetz bezüglich der Leinenpflicht eine Grundlage dar, welche ohne Erlass von weiteren Bestimmungen auf kommunaler Ebene auskomme, schreibt er. «Auch wenn öffentliche Parks in diesen Bestimmungen nicht explizit erwähnt werden, erhalten sie den Charakter von Spielplätzen, wenn regelmässig spielende Kinder anzutreffen sind», heisst es weiter. Aus diesem Grund würden fehlbare Hundebesitzer auch in Parks in die Pflicht genommen, was von der Stadtpolizei auch immer wieder gemacht werde.

Naumann hält sich bedeckt

Auch bezüglich der Bussen reiche das Ordnungsbussenverfahren aus. «Bereits heute kann fehlbares Verhalten mit einer Busse geahndet werden», schreibt der Stadtrat. Für die Exekutive ist der Fall somit klar. So würden der Stadt bereits heute Instrumente zur Verfügung stehen, welche die Anliegen des Motionärs vollumfänglich erfüllen. Es erscheine als angezeigt, die Motion nicht entgegenzunehmen.

Zu den stadträtlichen Überlegungen will sich der Motionär noch nicht äussern. «Ich werde das weitere Vorgehen erst mit meiner Partei besprechen», sagte Jürg Naumann auf Anfrage. Wann der Vorstoss im Parlament behandelt und allenfalls gegen den Willen des Stadtrates an ihn überwiesen werden kann, ist noch offen.

Kritik von Hundeverein

In seinem Vorstoss ging es Naumann primär um die Sicherheit spielender Kinder. «Zum Glück ist uns bis heute noch kein tragischer Unfall mit freilaufenden Hunden in Schlieren bekannt. Wir denken, dass es auch gar nicht soweit kommen sollte», schreibt er in der Motion.
Voll und ganz steht die Präsidentin des Schlieremer Hundeclubs Anubis hinter der Leinenpflicht bei Schulhäusern und Spielplätzen, wie sie nach Einreichen der Motion gegenüber der Limmattaler Zeitung sagte. Doch scheine ihr eine Leinenpflicht für öffentliche Parks extrem. «Irgendwo müssen sich unsere Tiere noch austoben dürfen.»