Schlieren

Stadtrat sieht keine Möglichkeit für abbaubare Robidog-Säckli

Bei einem System mit kompostierbaren Hundekot-Säckli würden die Kosten in «keinem vernünftigen Verhältnis zum allfälligen Nutzen» stehen, schreibt der Schlieremer Stadtrat. Im Bild der Abfallkübel mit Hundekot-Säckli-Halter an der Rütistrasse.

Ende Oktober hatte der Schlieremer Gemeinderat Daniel Wilhem (CVP) eine Anfrage eingereicht. «Ist der Stadtrat bereit, die Verwendung von kompostierbaren Robidog-Säckchen zu prüfen?», wollte er wissen. Der Stadtrat war von der Idee nicht zu begeistern, wie seine Antwort zeigt.

Wie von Wilhelm verlangt, lieferte der Stadtrat auch eine Begründung mit. Die Robidog-Säckchen müssen weiter nicht-kompostierbar bleiben, da im Vergärwerk kein Hunde- oder Katzenkot verarbeitet werden darf. Das schreibt die «Liste der zur Kompostierung oder Vergärung geeigneten Abfälle» vor. Folglich dürfen Hundeexkremente auch nicht in kompostierbaren Säckchen ins Vergärwerk kommen. Gleiches gelte übrigens für kompostierbare Katzenstreu.

Weiter erklärt der Stadtrat, dass kompostierbare Robidog-Säckchen separat von den nicht kompostierbaren gesammelt werden müssten. Der Stadtrat schreibt: «Die Stadt müsste entsprechende Behälter aufstellen und jeden vor der Leerung nach Plastiksäckchen durchsuchen.» Dabei könnten jedoch allfällige Falschentsorger nicht entlarvt werden. Zu guter Letzt stünden die Kosten dieses Systems in «keinem vernünftigen Verhältnis zum allfälligen Nutzen».

Mittlerweile werden die separaten Hundekotbehälter grösstenteils durch normale Abfallkübel mit Robidog-Säckchen-Halter ersetzt, weil die Säckchen mit dem Kot letztlich sowieso wie normaler Hauskehricht in der Kehrichtverbrennungsanlage landen.

Letze Anfrage Wilhelms

Wilhelm sagt zur Antwort des Stadtrats: «Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich die Antwort verstehen.» Als Besitzer von zwei Hunden hat er tägliche Erfahrungen mit den Gassi-Runden. «Ich nehme jeweils einige Robidog-Säckchen mit als Reserve.» Gemäss Wilhelm hat es genug Robidog-Stationen.

Die Idee mit den kompostierbaren Säckchen erhielt der Gemeindeparlamentarier aus der Schlieremer Bevölkerung. «Die betreffende Person sagte, im Ausland hätte es jeweils kompostierbare Robidog-Säckli gegeben.» Da ihm dieser alternative Vorschlag gefiel, entschied sich Wilhelm, eine seiner letzten Anfragen an den Stadtrat dem Thema Robidog-Säckchen zu widmen.

Wilhelm war seit 2010 Mitglied des Gemeinderats. Per Januar 2019 wird
er alle seine politischen Ämter ablegen, da er eine neue Arbeitsstelle antritt. «Doch auch wenn ich nicht mehr an der Front bin, werde ich auch in Zukunft meine Ohren für alternative Lösungen offenhalten», sagt Wilhelm.

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