Schlieren
Stadtrat Schlieren: Bärtschiger wird neuer oberster Planer der Stadt

Der neue Schlieremer Stadtrat hat seine Ämter verteilt. Die zwei Bisherigen Christian Meier (SVP) und Markus Bärtschiger (SP) geben ihre Ressorts Werke, Versorgung und Anlagen sowie Sicherheit und Gesundheit ab.

Florian Niedermann
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Der Schlieremer Stadtrat

Der Schlieremer Stadtrat

zvg

Während Meier das Amt des Sozialvorstands übernimmt, ist Bärtschiger für die nächsten vier Jahre für Bau und Planung zuständig. Ihre vormaligen Ressorts erben die zwei neuen Stadträte Pierre Dalcher (SVP, Sicherheit und Gesundheit) und Stefano Kunz (CVP, Werke, Versorgung und Anlagen). Beide Ämter entwickelten sich in den vergangenen Monaten zu heissen Eisen.

Einen harten Kampf führt Meier etwa bis heute mit einigen Bewohnern des Zelgliquartiers, die mit einem Rekurs die Realisierung des dort geplanten Skateparks bedrohen. Dazu kam die Biobadi «Im Moos», nach deren Realisierung der Werkvorstand dem Parlament eine stark überzogene Bauabrechnung präsentieren musste. Bärtschigers Abteilung geriet ihrerseits im Zusammenhang mit zwei prügelnden Polizisten und einem Beamten, der seinen Führerausweis abgeben musste, negativ in die Schlagzeilen (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Entscheid für und nicht gegen Amt

Als eine Flucht wollen Bärtschiger und Meier ihre Ressortwechsel nicht verstanden wissen. «Wir haben auch im Stadtrat diskutiert, dass es danach aussehen könnte», räumt Bärtschiger ein. Hinter seinem Wechsel zu Bau und Planung stehe aber vielmehr ein positiver Entscheid für dieses Amt, als ein Negativer gegen das Ressort Sicherheit und Gesundheit. «Als Sicherheitsvorstand kann man fast nur reagieren. Als Bauvorstand habe ich mehr gestalterische Möglichkeiten», erklärt Bärtschiger seinen Wechsel.

Pierre Dalcher: «Ich will weiterhin im Kantonsrat bleiben»

Der neue Schlieremer Sicherheitsvorstand Pierre Dalcher (SVP) wird seinen Sitz im Zürcher Kantonsrat wegen seiner Wahl in den Stadtrat nicht aufgeben, wie er auf Anfrage bestätigt. Stattdessen gibt er seinen bisherigen Beruf als Kundendienstleiter eines Optiker-Unternehmens auf: «Ich kann diesen Job angesichts des nötigen Zeitaufwands nicht weiter ausführen», so Dalcher.

Er habe seine Stelle gekündigt und werde nun erst abwarten, wie stark ihn seine politischen Ämter zeitlich belasten. «Ich nehme meine Arbeit als Politiker ernst. Deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschieden», sagt der Sicherheitsvorstand.

Falls es das Arbeitspensum zulasse, werde er sich allenfalls später wieder eine ergänzende Teilzeitanstellung suchen. Den Kantonsratssitz aufzugeben, sei für ihn aber nie eine Option gewesen: «Ich bin erst seit Kurzem in diesem Gremium. Die Arbeit gefällt mir und ich möchte deshalb weiterhin Kantonsrat bleiben», so Dalcher. (fni)

Ausserdem habe er bereits in der vorberatenden parlamentarischen Kommission zur Bau- und Zonenordnung oder im Ausschuss für Bau und Planung in der Vergangenheit Erfahrungen in der städtischen Planungsarbeit sammeln können. Neben seinem Amt als Stadtrat ist Bärtschiger auch Präsident des Zweckverbands Spital Limmattal. Diesem Auftrag werde er weiterhin nachkommen, sagt er: «Vorausgesetzt, ich werde im April von der Delegiertenversammlung wiedergewählt.»

Meier erklärt seinen Wechsel ins Ressort Alter und Soziales damit, dass er nach 16 Jahren als Werkvorstand eine neue Herausforderung gesucht habe. «Besonders im Bereich Alter lauert Arbeit. Die Klärung der Frage, wie es mit dem Altersheim Sandbühl weitergehen soll, ist eine spannende Herausforderung», so Meier. Kunz, seinem Nachfolger als Werkvorstand, hinterlasse er keine Probleme, sondern Aufgaben. «Ein aufgeräumtes Ressort gibt es nicht. Überall bestehen Geschäfte, die nicht einfach zu einem guten Ende zu bringen sind. Das ist auch das Spannende an unserem Amt», sagt Meier.

Kunz erklärt zwar auf Anfrage, dass er mit der Abteilung Werke, Versorgung und Anlagen nicht sein Wunschressort erhalten habe. «Aber ich kann gut damit leben», sagt er. Neben der Biobadi bestünden mit der Gasversorgung und dem Skatepark zwei weitere Herausforderungen, die anzugehen er sich freue.

Dalcher war «offen für alles»

Als Präsident der kantonsrätlichen Bau- und Planungskommission sahen viele politische Stimmen Dalcher nach der Wahl als neuen Bauvorstand. Dass ihm nun das Sicherheitsressort zufällt, enttäusche ihn aber nicht, sagt er: «Ich war offen für alles. Als neuer Stadtrat muss man sich mit dem Amt zufrieden geben, das einem zugeteilt wird.» Dalcher sieht angesichts der Geschehnisse der vergangenen drei Monate Handlungsbedarf besonders bei der Polizei. «Ich will diese Aufgabe offen und ernsthaft angehen. Nur wer solchen Problemen unvoreingenommen begegnet, findet Lösungen», sagt er. Die anderen Bisherigen, Toni Brühlmann-Jecklin (Stadtpräsidium, SP), Bea Krebs (Bildung und Jugend, FDP) und Manuela Stiefel (Finanzen und Liegenschaften, FDP) bleiben in ihren Ressorts.