Dietikon
Stadtrat nennt Kosten der auswärtigen Schulung mutmasslicher Vandalen

Um die Ausbildung der Dietiker Schule verwiesener Oberstufenschüler zu gewährleisten, hat die Stadt bis Ende Mai 2011 rund 41 000 Franken bezahlt.

Niklaus Ingold
Merken
Drucken
Teilen
Tatort: Das Schulhaus Fondli. mke

Tatort: Das Schulhaus Fondli. mke

Limmattaler Zeitung

Die Dietiker Schule lässt vier Oberstufenschüler, denen vorgeworfen wird, im November 2010 zweimal in das Schulhaus Fondli eingebrochen zu sein, seit dem Frühjahr auswärts schulen. Zwei Jugendliche besuchen Privatschulen in der Region und im Zürcher Oberland. Ein Jugendlicher befindet sich in einer ausserkantonalen Fernschule. Der vierte Betroffene geht in einer Nachbargemeinde zur Schule.

Diese Angaben macht der Dietiker Stadtrat aufgrund einer entsprechenden Anfrage der SVP-Gemeinderätin Irene Wiederkehr. Wiederkehr hatte Ende Mai in der Fragestunde des Dietiker Parlaments Auskünfte zu den getroffenen Massnahmen verlangt. Da dem Stadtrat in der Fragestunde keine Zeit für eine Antwort blieb, hat er die verlangten Angaben nun in schriftlicher Form nachgeliefert.

Jugendanwaltschaft entscheidet über Strafen

Irene Wiederkehr forderte neben Informationen zum Aufenthaltsort der betroffenen Jugendlichen Auskunft zu den Kosten, welche durch die auswärtige Schulung verursacht werden. Den Angaben des Stadtrates zufolge belaufen sich die Gesamtkosten bis Ende Mai 2011 auf rund 41000 Franken. Je nach der gefundenen Lösung für die weitere Schulung betragen die Kosten pro Schüler rund 3000 bis rund 17000 Franken.

Die auswärtige Schulung der vier Jugendlichen soll ihnen einen Neustart in einem anderen Umfeld fern ihrer bisherigen Kollegen ermöglichen. Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, die Bildung der Jugendlichen zu gewährleisten. Sie muss ihnen helfen, die schulische Ausbildung regulär abzuschliessen, sodass die Chancen auf eine Lehrstelle intakt bleiben. Über Strafen für die Jugendlichen entscheidet nicht die Schule, sondern die Jugendanwaltschaft.

Verdächtige können nicht zurück an die Schule

Die Verantwortlichen der Dietiker Schule hatten nach dem Bekanntwerden des dringenden Verdachts eine Auszeit für die vier Jugendliche und zwei weitere, mittlerweile ausgeschulte Kollegen verfügt und beschlossen, dass keiner der Verdächtigen an die Schule Dietikon zurückkommen könne.

Die Oberstufenschüler sollen an zwei Wochenenden im November 2010 im Schulhaus Fondli Fenster eingeschlagen, Laptops auf den Boden geworfen, Bargeld gestohlen und den Autoschlüssel einer Lehrperson entwendet haben. Mit dem Auto sollen sie eine kurze Fahrt unternommen haben und das Fahrzeug dann demoliert in Dietikon stehen gelassen haben.

Da die Tatverdächtigen bereits durch Disziplinlosigkeit, Unflätigkeiten und Gewalt gegen andere Schüler aufgefallen waren, entschlossen sich die Schulbehörden zu einem harten Vorgehen. «Wir konnten nicht zulassen, dass sich die mutmasslichen Täter auf dem Pausenplatz als Helden präsentieren», kommunizierte Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani Ende Dezember 2010 den Entscheid, die Schüler von der Schule zu weisen. Der Beschluss sollte den Tatverdächtigen sowie der ganzen Schülerschaft klarmachen, dass es Grenzen gebe, die nicht überschritten werden dürfen.