Dietikon
Stadtrat muss sich heftige Kritik wegen der Rechnung anhören

Die Jahresrechnung der Stadt Dietikon hat um über 9 Millionen Franken besser abgeschlossen als budgetiert. Trotzdem forderten am Donnerstagabend die Parteien im Parlament Verbesserungen beim Haushalt.

Sandro Zimmerli und Tobias Hänni
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Die Stadt Dietikon erhielt 2014 fast 40 Millionen an kantonalen Ausgleichszahlungen

Die Stadt Dietikon erhielt 2014 fast 40 Millionen an kantonalen Ausgleichszahlungen

Die Stadt hat im letzten Jahr 224,5 Millionen Franken ausgegeben, bei einem Ertrag von 223,8 Millionen. Unter dem Strich resultierte in der Rechnung somit ein Minus von rund 700'000 Franken. Die rote Null kam allerdings nur dank kräftiger Unterstützung durch den Kanton zustande. So erhielt Dietikon fast 40 Millionen an kantonalen Ausgleichszahlungen. Gerade dieser Umstand gebe keinen Anlass für Freudentänze, meinte etwa die SVP an der Gemeinderatssitzung vom Donnerstagabend. Aber auch die fehlende Bereitschaft, gemeinsam an der Haushaltsoptimierung zu arbeiten, trugen dem Stadtrat vom Parlament einige Kritik ein. Grünen lehnten die Rechnung gar ab. Dennoch wurde sie am Schluss deutlich, mit 28 zu 5 Stimmen genehmigt.

Im Anschluss daran behandelte der Gemeinderat das Postulat «Integrationsförderung durch intensive Deutschkurse». In dem Vorstoss von SP-Gemeinderätin Esther Sonderegger wird der Stadtrat aufgefordert, die städtischen Deutschkurse auszubauen und höhere Sprachniveaus anzubieten. «Für die Integration ist die Sprache das A und O», sagte Sonderegger in ihrem Votum. Das bürgerliche Lager stimmte ihr darin zwar zu, verweigerte ihr aber trotzdem die Unterstützung.

Esther Wyss verwies im Namen der SVP auf die Eigenverantwortung der Migranten. Es sei nicht Aufgabe der Stadt, sich um deren Sprachkenntnisse zu kümmern. CVP und EVP störten sich an einer Formulierung im Vorstoss, wonach bei Deutschkursen keine Wartelisten mehr entstehen dürften. «Diese Forderung erhöht die Chance eines Überangebots», sagte CVP-Gemeinderat Roger Studer. Vergebens versuchten SP und Grüne mit ihren Voten das bürgerliche Lager noch umzustimmen. Der Gemeinderat lehnte eine Überweisung des Postulats an den Stadtrat mit 21 zu 11 Stimmen ab.

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