Als einzige der Ortsparteien liess die FDP Dietikon ihren Mitgliedern die Wahl, selbst zu entscheiden, welche und wie viele Kandidaten sie in das Rennen um einen Stadtratsposten bei den Gesamterneuerungswahlen am 4. März schicken wollten. Seit der Parteiversammlung am Mittwochabend steht fest: Philipp Müller soll es machen. Ortsparteipräsident Werner Hogg: «Das Votum der 34 anwesenden Parteimitglieder war klar und führte zu keinen weiteren Diskussionen.» Wie die Stimmverteilung zwischen Müller und dem Mitbewerber, Gemeinde- und Kantonsrat Martin Romer, aussah, will der Parteivorstand nicht bekannt geben.

Auf Empfehlung der Findungskommission und des Parteivorstands waren Philipp Müller (33) und Martin Romer (53) zur parteiinternen Ausmarchung angetreten. Die beiden hatten es von fünf Interessierten als aussichtsreichste Bewerber in die Nomination geschafft. Weitere Wahlvorschläge aus den Reihen der Mitglieder gab es keine, und die Versammlung folgte auch dem Antrag des Vorstandes, den bestehenden Proporz zu respektieren und mit einer Einerkandidatur anzutreten.

Jugend erhält den Vorzug

Bei ihrer Vorstellung habe sich gezeigt, dass beide Bewerber ähnliche Zielvorstellungen verfolgen, heisst es in einer Medienmitteilung. Das Gemeinwesen solle schlank und effizient sein und sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Staatliche Unterstützung stehe nur denjenigen zu, die sie wirklich benötigten. Leistung müsse sich lohnen. Klassische FDP-Positionen also.

Ausschlaggebend für den Entscheid sei einerseits gewesen, dass auf Dietikon Zeiten der Erneuerungen zukommen, in denen es junge Leute mit innovativen Ideen brauche. «Ein Vertreter der jungen Generation ist im bisher bekannten Kandidatenfeld ein Trumpf», so die Medienmitteilung. Andererseits habe im Plenum der Wunsch bestanden, die bedeutenden politischen Ämter auf zwei Personen zu verteilen. Martin Romer werde den Bezirk weiterhin im Kantonsrat vertreten. Romer wollte sich gestern weder dazu noch zu seiner Niederlage bei der Nomination äussern.

Dass er als Neuer eine Chance bekommt, hat Philipp Müller dem Umstand zu verdanken, dass sein Vater, Stadtpräsident Otto Müller (ebenfalls FDP), nach 20 Jahren in der Exekutive, davon bald 12 Jahre im Präsidium, nicht wieder antritt.

Philipp Müller ist selbstständiger Rechtsanwalt in Dietikon. Er wurde 2010 in den Gemeinderat gewählt und ist seit einem Jahr Fraktionspräsident der FDP. Dass er eine deutliche Mehrheit in der gut besuchten Versammlung erhalten habe, freue ihn sehr, sagte er gestern. «Ich hoffe, den Sitz für die FDP verteidigen zu können.» Seine Partei habe viel in die Stadtpolitik eingebracht und solle auch weiterhin Exekutivverantwortung tragen können. Er freue sich auf die Arbeit, die jetzt im Wahlkampf auf ihn zukomme. Seine politischen Schwerpunkte seien eine bürgernahe Verwaltung und gesunde Finanzen. Darüber hinaus möchte er, dass den Steuerzahlern auch etwas zurückgegeben wird und dass die Leute gerne in Dietikon leben. «Bei diesen Themen sehe ich Handlungsbedarf.»