Der Stadtrat möchte eine Krankentaggeldversicherung einführen. Wie er in einem Antrag an das Gemeindeparlament schreibt, soll das Risiko krankheitsbedingter Ausfälle von Mitarbeitenden mit einer Krankentaggeldversicherung abgesichert werden. Dazu beantragt er, die entsprechenden Passagen in der Personalverordnung für die Stadt und die Schule Schlieren zu ändern.

Dienstjahre sind ausschlaggebend

Die Lohnfortzahlungspflicht richtet sich nach dem kantonalen Personalrecht. Dieses hält fest, dass bei ganzer oder teilweiser Arbeitsunfähigkeit unterschiedliche Ansprüche, abgestuft nach Dienstjahren, geltend gemacht werden können. Im ersten Dienstjahr beträgt diese drei Monate lang 100 Prozent und 75 Prozent für drei weitere Monate.

Im zweiten Dienstjahr wird der volle Lohn für ein halbes Jahr ausbezahlt, danach nochmals ein halbes Jahr lang 75 Prozent. Ab dem dritten Dienstjahr besteht der Anspruch auf den vollen Lohn für ein Jahr. Ein weiteres Jahr lang werden dann 75 Prozent des Lohns ausbezahlt, wenn begründete Aussicht auf die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit besteht, oder wenn wegen Invalidität noch ungewiss ist, ob das Arbeitsverhältnis aufgelöst wird.

Damit diese Verpflichtungen durch die Versicherung abgedeckt sind, wurde diese auf zwei Jahre ausgelegt. Damit kann auch die Deckungslücke, die bei Mitarbeitern im ersten und zweiten Dienstjahr nach sechs beziehungsweise nach zwölf Monaten entsteht, überbrückt werden. Gedeckt sind Ausfälle von 30 Tagen und mehr.

Helsana erhält Zuschlag

Wie der Stadtrat mitteilt, haben elf Versicherungsgesellschaften Offerten eingereicht, fünf davon erfüllten die Ausschreibungsbedingungen. Der Stadtrat erteilte am 20. Februar den Zuschlag dem Angebot der Helsana - unter dem Vorbehalt, dass das Gemeindeparlament den benötigten Änderungen zustimmen wird.

Die Offerten wurden aufgrund der Krankheitsabsenzen der Jahre 2009 und 2010 erstellt. Rechnet man die Fälle zusammen, die 30 Krankheitstage überschritten, so kamen pro Jahr durchschnittlich 50 Ausfallmonate zusammen. Auf die Versicherungsleistung umgerechnet bedeutet das ein Betrag von rund 240000 Franken. Die Prämie hätte gemäss Offerte der Helsana 202607 Franken betragen.

Damit überstiegen die zu erwartenden Versicherungsleistungen die Prämienkosten. «Offensichtlich geht die Anbieterin davon aus, dass ein Potenzial zur Reduktion der Ausfallzeiten besteht», hält der Stadtrat fest. Damit ergebe sich eine Win-win-Situation.

Eine weitere finanzielle Entlastung entstehe dadurch, dass auf die durch Versicherungsleistungen gedeckte Lohnkosten keine Sozialversicherungsabgaben - dazu gehören unter anderem AHV und IV - zu leisten seinen, so der Stadtrat. (KOB)