Schlieren
Stadtrat legt offen, wie er den Anteil an Sonnenenergie erhöhen will

Mit ihrem Fotovoltaik-Vorstoss rennt GLP-Gemeinderätin Songül Viridén beim Stadtrat offene Türen ein. Fest steht: Bei der Nutzung der Dächer von Gebäuden der öffentlichen Hand besteht viel Luft nach oben.

Alex Rudolf
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Der 2017 eröffnete Schlieremer Werkhof hat eines von vier städtischen Dächern mit einer Fotovoltaikanlage.

Der 2017 eröffnete Schlieremer Werkhof hat eines von vier städtischen Dächern mit einer Fotovoltaikanlage.

zvg (Schlieren, April 2017

Aktuell sind lediglich die Dächer vier städtischer Gebäude mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet. Für die Schlieremer Gemeinderätin Songül Viridén (GLP) sind dies zu wenig. In einem Postulat wollte sie vom Stadtrat wissen, was er zu tun gedenkt, um verstärkt auf Sonnenenergie zu setzen und dafür mehr Dachflächen zu nutzen. In der kürzlich erschienenen Antwort wird klar, dass Viridén offene Türen einrennt. «Mit den Antworten bin ich sehr zufrieden, denn man merkt, dass das Thema bei der Stadt intensiv behandelt wurde.»

Dass die öffentliche Hand eine wichtige Vorbildfunktion für das energieeffiziente Bauen einnimmt, ist dem Stadtrat bewusst, wie aus der Beantwortung hervorgeht. Dabei sei die Fotovoltaik eine der wichtigsten Technologien, um dazu beizutragen, dass der Hauptteil des Stroms 2050 aus erneuerbaren Quellen produziert wird.

Noch sind nur wenige Liegenschaften ausgestattet

Neben der Anlage auf der Turnhalle Moos, die 2020 in Betrieb genommen wurde, verfügt die Stadt über Fotovoltaikanlagen auf den Dächern des Stadthauses, des Schulhauses Reitmen und des Werkhofs. In den vier Anlagen werden jährlich rund 189000 Kilowattstunden Strom generiert, was einem Anteil von rund 11 Prozent des auf Schlieremer Stadtgebiet produzierten Fotovoltaikstroms entspricht. Des Weiteren steht auf dem Dach des Alterszentrums ­Mühleacker eine thermische ­Solaranlage für das Brauchwasser der Mieter und des Restaurants Mühleacker. Per Anfang 2021 wurden beim Eingang der Stadthaus-­Tiefgarage vier Solarstrom-betriebene Ladestationen in Betrieb genommen. Und gegen Ende 2021 kommt das Garderobengebäude Im Rohr hinzu, auf dessen Dach ebenfalls eine Anlage geplant ist.

«Mir war klar, dass noch verhältnismässig wenige Dächer öffentlicher Gebäude mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet sind», so Viridén. Mit ihrem Postulat habe sie erreichen wollen, dass diesbezüglich mehr unternommen wird. Potenzial sieht der Stadtrat auf zahlreichen weiteren Dächern. So kommen unter anderem etwa die Kindergärten Rohrweg und Halde sowie die Schulhäuser Hofacker und Zelgli oder auch die Trublerhütte, die neue Asylunterkunft und die Ludothek in der Remise in Frage.
Abklärungen bezüglich Kosten und Nutzen sowie zur technischen Machbarkeit von Fotovoltaikanlagen sollen standardmässig durchgeführt werden, wenn es um Neubauten und Gesamtsanierungen von Gebäuden des Verwaltungs- und des Finanzvermögens gehe, schreibt der Stadtrat.

Schlieren vermietet schon eines seiner Dächer

Viridén erkundigte sich weiter danach, ob sich die Stadt vorstellen könne, Dachflächen mit Contracting-Verträgen an Dritte zur Energiegewinnung zur Verfügung zu stellen. Dies tut sie bereits, wie aus der Antwort hervorgeht. So vermietet die Stadt etwa das Dach des Schulhauses Reitmen an den Stromversorger EKZ, der dort eine Fotovoltaikanlage betreibt. Viridén betont, dass theoretisch fast jede Dachfläche in der Stadt nutzbar und dies wirtschaftlich äusserst attraktiv sei. «Um Schlieren langfristig energetisch autark zu machen, wäre ein Betrieb durch die Stadt selbst natürlich sinnvoller», ergänzt sie.
Viridén unterstützt den Antrag des Stadtrates auf Abschreibung des Postulats. An der Entwicklung will sie dranbleiben: «Dies ist noch nicht mein letzter Vorstoss zu diesem Thema.»