Dietikon/Limmattalbahn
Stadtrat äussert sich zur Bahndepot-Frage: «Das Niderfeld eignet sich kaum als Standort»

Nachdem sich der Kantonsrat für das Bahndepot im Gebiet Müsli entschieden hat, hat nun der Dietiker Stadtrat ein Postulat beantwortet, in dem gefordert wurde, den Bau des Depots im Gebiet Müsli zu verhindern.

David Egger
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Auf Acker-Wiese-Feld-Gebiet Standort Müsli ist das Depot für die Limmattalbahn geplant. Das Feld gehört zu Dietikon und grenzt an Spreitenbach.

Auf Acker-Wiese-Feld-Gebiet Standort Müsli ist das Depot für die Limmattalbahn geplant. Das Feld gehört zu Dietikon und grenzt an Spreitenbach.

Es waren deutliche Worte, die der Dietiker Gemeinderat Lucas Neff (Grüne) im Sommer 2016 an die Exekutive richtete: «Der Stadtrat wird aufgefordert, alle notwendigen Massnahmen zu treffen und darüber Bericht zu erstatten, damit das Depot der Limmattalbahn nicht im Müsli erstellt wird.» Diese Forderung reichte er als Postulat ein. Das Anliegen fand Unterstützung über die Parteigrenzen hinaus, so auch in der SVP.

Für Neff und seine Unterstützer ist wichtig, dass der Dietiker Müsli-Acker bestehen bleibt. «Ob das Depot stattdessen im Spreitenbacher Asp oder im Dietiker Niderfeld gebaut wird, ist für mich zweitrangig», sagte Neff damals.

Darum gibts keine «Kalkbreite 2»

Mit der Idee, das Depot im Niderfeld zu bauen, sorgte er für Aufsehen. Schliesslich entsteht dort im nächsten Jahrzehnt ein neues Stadtquartier. Neff schlug vor, das Depot in die Überbauung zu integrieren – ähnlich, wie beim Tramdepot Kalkbreite in der Stadt Zürich. Die Idee mit dem Niderfeld vermochte den Dietiker Stadtrat nicht wirklich zu überzeugen. Das zeigt die kürzlich publizierte Antwort auf das Postulat: «Das Niderfeld eignet sich kaum als Standort», schreibt der Stadtrat.

Die Situation in der Kalkbreite könne nicht mit dem Dietiker Niderfeld verglichen werden: So ist das Tramdepot in Zürich deutlich kleiner als das Depot der Limmattalbahn. Zudem beeinflusst der Landpreis die Wirtschaftlichkeit eines solchen Projektes, es wäre in Dietikon also weniger wirtschaftlich. «Vor allem aber würde ein Depot im Niderfeld eine Verzögerung um mehrere Jahre bedeuten», so der Stadtrat. Denn die Planung für ein solches Depot müsste im Rahmen der Entwicklungsplanung Niderfeld geschehen. Weiter würden die Platzverhältnisse im Niderfeld und je nach Parzelle auch mögliche Altlasten ein Hindernis für ein Bahndepot im Niderfeld darstellen.

Die Altlasten hatten auch den – ursprünglich vom Dietiker Stadtrat favorisierten – Standort Asp in Spreitenbach aus dem Rennen geworfen. Es wäre dort eine rund 25 Millionen Franken teure Sanierung nötig gewesen. In seiner Antwort verweist der Stadtrat allgemein darauf, dass er den Standort Asp stets favorisiert und diese Position auch nach aussen vertreten hatte.

Nachdem sich die Kantone Zürich und Aargau für das Depot Müsli entschieden hatten, habe dann auch der Dietiker Stadtrat «in Abwägung der finanziellen, raumplanerischen sowie übergeordneten Interessen» den Argumenten für den Standort Müsli zugestimmt. «Die Region braucht die Limmattalbahn, um das Bevölkerungs- und Arbeitsplatzwachstum auffangen sowie die jetzt schon hohe und künftig noch steigende Verkehrsbelastung bewältigen zu können», schreibt der Stadtrat zum Schluss der Postulatsantwort. Auch erwähnt der Stadtrat den Vorteil, dass das Depot im Müsli erweiterbar sei – falls dereinst die Limmattalbahn nach Westen erweitert wird.

Güterbahnhof war schon verplant

Eine weitere in Neffs Postulat ausgesprochene Idee war es, das Depot auf dem Areal des Güterbahnhofs zu realisieren, da ja das Projekt Gateway aus dem Richtplan gestrichen wurde. Wie der Stadtrat nun schreibt, wurde der Rangierbahnhof Limmattal (RBL) in der Evaluation von insgesamt 15 Standorten nicht berücksichtigt, weil die Grundeigentümerin beim Evaluationsprozess in den Jahren 2011 und 2012 angab, dass die Fläche nicht verfügbar sei, weil auf einem Teil davon eine Containerumschlagsanlage geplant sei. Da der Kantonsrat am 27. März sowieso beschlossen hatte, das Depot Müsli in den Richtplan einzutragen, sind Überlegungen zu alternativen Standorten inzwischen hinfällig.