Dietikon
Stadtpräsident Otto Müller: "Feste bedeuten Kitt für die Bevölkerung"

Dietikon will regelmässig einen dreitägigen Grossanlass auf die Beine stellen.

Tobias Hänni
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So festtauglich ist das Limmattal
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«Schliere lacht» – und das seit 2011 im Vier-Jahres-Rhythmus jeweils gleich zehn Tage lang. Die letzte Ausgabe des grössten und längsten Fests im Limmattal lockte im vergangenen September Zehntausende Besucher nach Schlieren. Kein Wunder: Mit national bekannten Musikern, einem Festumzug und einem grossen Feuerwerk hatte das Schlierefäscht auch im letzten Herbst wieder einiges zu bieten.
Weiningen setzte mit der Organisation des Regionalturnfests im letzten Sommer einen weiteren Höhepunkt im regionalen Veranstaltungskalender. 5000 Turnerinnen und Turner traten an zwei Wochenenden gegeneinander an. Tausende von Besuchern verfolgten die sportlichen Höchstleistungen bei sengender Hitze.

So festtauglich ist das Limmattal

Alex Spichale

Feste bedeuten für den Dietiker Stadtpräsidenten Otto Müller «Kitt für die Bevölkerung»: «Sie fördern den Zusammenhalt, stärken die Identifikation mit Dietikon und bieten Vereinen und Unternehmen die Gelegenheit, sich zu präsentieren», sagt Müller, als er zusammen mit Standortförderer Michael Seiler über die Pläne der Stadt informiert, künftig in regelmässigen Abständen ein grosses Fest auf die Beine zu stellen.

Das erste dieser Stadtfeste findet 2018 statt, am Wochenende vom 31. August bis zum 2. September. «Es war nicht ganz einfach, einen Termin zu finden», sagt Seiler. So gebe es in der Region gerade im Sommer bereits zahlreiche andere Anlässe, die mit dem Stadtfest nicht konkurrenziert werden sollen.

«Es ist wichtig, dass eine gewisse Regelmässigkeit sichergestellt wird.» Otto Müller Stadtpräsident Dietikon

«Es ist wichtig, dass eine gewisse Regelmässigkeit sichergestellt wird.» Otto Müller Stadtpräsident Dietikon

Zur Verfügung gestellt

Auch wenn mit dem Grossanlass im regionalen Veranstaltungskalender «ein Nagel eingeschlagen» werden soll, werde das Datum für die Durchführung jeweils flexibel angesetzt, so Müller. Das gilt auch für den Rhythmus, in dem das Stadtfest durchgeführt werden soll:

Das Konzept, das eine Arbeitsgruppe zuhanden des Stadtrats erarbeitet hat, sieht vor, dass der Grossanlass alle drei bis sechs Jahre stattfindet. «Es ist wichtig, dass eine gewisse Regelmässigkeit sichergestellt ist. Wir wollen jedoch auch flexibel auf andere Ereignisse reagieren können», sagte Müller. Sicher ist jetzt schon: In Dietikon wird nicht in jenen Jahren gefeiert, in denen die Nachbarstadt das Schlierefäscht durchführt. «Die beiden Grossanlässe kommen sich damit nicht in die Quere», sagt Seiler.

Jedes Mal ein anderes Thema

Das dreitägige Dietiker Stadtfest wird sich jeweils einem bestimmten Thema widmen, das dem Anlass einen roten Faden gibt. «Die Themen sollen mit einem Mehrwert für die Stadt und die Region verbunden sein», erklärt Müller und nennt als Beispiele die Limmattalbahn oder Renaturierung. Der Mehrwert könne etwa eine Ausstellung sein, die länger daure als das eigentliche Fest. Dietikon habe schon viele thematische Feste auf die Beine gestellt, so der Stadtpräsident.

Etwa die Jubiläumsfeier zu 900 Jahren Dietikon im Jahr 1989, das Nordostschweizer Jodlerfest 1995 oder das kantonale Musikfest 2002. An diese Tradition wolle man mit den künftigen Stadtfesten anknüpfen. Ein positiver Nebeneffekt einer thematischen Ausrichtung ist laut Müller, dass es dadurch einfacher wird, Partner zu finden, die das Fest unterstützen und mitorganisieren.

Für die erste Durchführung des Fests hat sich die Stadt für das Motto «Bewegung» entschieden und den Anlass unter den Arbeitstitel «Dietikon bewegt ...» gestellt. Das Motto soll laut Standortförderer Seiler einerseits die Dynamik der Stadt ausdrücken und zeigen, dass in Dietikon «etwas läuft». Anderseits drücke der Arbeitstitel auch eine gefühlsmässige Bindung zur Stadt aus, «die ihre Bewohner emotional bewegt».

Im Rahmen dieses ersten Stadtfests wird auch der neue Stadtteil Limmatfeld eingeweiht und symbolisch in das «alte» Dietikon eingegliedert. Die Hauptfestplätze Kirch- und Rapidplatz, auf denen Bühnen und Zelte aufgestellt werden, sollen mit Verpflegungsständen und Attraktionen entlang des Spanisch-Brötli-Bahn-Weges hinter dem Bahnhof verbunden werden. Das soll – entsprechend dem Festmotto – die Gäste animieren, sich zu bewegen, so der Stadtpräsident.

Bevölkerung mit einbeziehen

Eine wichtige Rolle bei der Durchführung des Stadtfestes soll gemäss Konzept die Bevölkerung selbst spielen. So werden Ortsvereine das Fest mitgestalten können und die Möglichkeit erhalten, sich mit Verpflegungsständen und Unterhaltung zu präsentieren. Schulklassen sollen sich mit musikalischen und sportlichen Darbietungen am Festprogramm beteiligen. Und mit dem Einbezug des Integrationsforums und der Dietiker Migrantenvereine soll auch die ausländische Wohnbevölkerung das Fest mitorganisieren.

Für die Organisation der Stadtfeste möchte die Stadt zudem einen Verein gründen. «Damit kann das Wissen über die Organisation und Durchführung von Grossanlässen gesichert und weiterentwickelt werden», sagt Seiler. Wie viel sich die Stadt das Fest kosten lassen will, ist derzeit noch nicht bekannt.

Klar ist bislang bloss, dass sie es nicht alleine finanzieren wird. Laut Müller soll ein Teil der Kosten durch einen städtischen Beitrag, ein zweiter durch Sponsoring und ein dritter von den Festbesuchern selbst, etwa mit dem Verkauf von Fest-Plaketten, gedeckt werden. Die Finanzierung des Stadtfests soll nun, zusammen mit dessen Organisation und inhaltlichen Aspekten, von der Arbeitsgruppe weiter konkretisiert und bis vor den Sommerferien dem Stadtrat in einem Antrag vorgelegt werden.