In absoluten Zahlen ergibt dies 1979 Ja- gegenüber 1136 Nein-Stimmen. Die Beteiligung betrug knapp 39 Prozent. Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) ist mit dem Resultat sehr zufrieden: «Es ist eine Bestätigung dieses Projekts und der umsichtigen Planungsarbeit, welche die Exekutive während über einem Jahrzehnt betrieben hat.» Im Vorfeld der Abstimmungen empfahl das Stadtparlament den Kredit in der Höhe von 8,05 Millionen Franken einstimmig zur Annahme, sämtliche Ortsparteien fassten die Ja-Parole.

Mit dem Ja der Schlieremer Stimmbevölkerung wird sich das Gesicht der Stadt in den kommenden Jahren radikal verändern. Im Projekt der Weberbrunner Architekten und Kuhn Landschaftsarchitekten ist vorgesehen, ein markantes Flügeldach zu erstellen, mit dem «die Bedeutung des Zentrums von Weitem visualisiert werden soll», liess der Stadtrat im Vorfeld der Abstimmung verlauten. Weiter wird es auf dem neuen Stadtplatz einen Nebelbrunnen, zwei Wartehäuschen für die Limmattalbahn, weitere Bushaltestellen, ein einheitliches Lichtkonzept und einen Betonring mit Sitzgelegenheiten geben.

Kiesplatz als Alternative

Nachdem der Projektierungskredit Mitte 2014 denkbar knapp mit 15 zu 14 Stimmen vom Stadtparlament angenommen wurde, nahm der Gemeinderat den konkreten Projektkredit im vergangenen Februar einstimmig an. Die Kosten von 8,05 Millionen Franken könnten aber noch drastisch gesenkt werden, da der Bund im Rahmen des Agglomerationsprogramms der ersten Generation 2,6 Millionen Franken in Aussicht gestellt hat. Wann entschieden wird, ob diese Gelder fliessen, steht zum heutigen Zeitpunkt jedoch noch nicht fest.

Im Vorfeld zur Abstimmung verwies Hochbauvorstand Markus Bärtschiger (SP) an Parlamentssitzungen wie auch an einer Informationsveranstaltung darauf, dass die Alternative zu diesem Projekt ein leerer Kiesplatz sei, der die Stadt jedoch – abzüglich der Bundesgelder – etwa gleichteuer zu stehen kommen würde, wie das vorliegende Flügel-Projekt. «Denn die Haltestelle für die Limmattalbahn und der Kreisel werden ohnehin erstellt.» Schlieren habe jedoch die Platzgestaltung in der Hand, so Bärtschiger damals. Dieses Argument veranlasste auch die SVP-Fraktion im Gemeindeparlament, von einem Änderungsantrag abzusehen. Dieser hätte das Weglassen des Flügels und des Nebelbrunnens verlangt. Ohne diese beiden Komponenten wären jedoch die Bundesgelder nicht gesprochen worden, da diese lediglich fliessen, wenn alle Bestandteile des Projekts auch realisiert werden. Dass sich trotzdem 1136 Schlieremer gegen das Projekt ausgesprochen haben, wertet Brühlmann jedoch nicht als Votum für einen Kiesplatz. «Solche Projekte sind oftmals auch eine Geschmackssache», sagt er. So hätten jene, die ein Nein in die Urne gelegt haben, vielleicht lieber eine andere Ausgestaltung gesehen. Doch müsse festgehalten werden: «Ein Ja-Stimmen-Anteil von knapp 64 Prozent ist für ein Projekt in dieser Grössenordnung ein hervorragendes Ergebnis.»

Im Juli startet das Verfahren

Nun, da die Schlieremer ihrem neuen Zentrum den Segen gegeben haben, kann ab Juli bereits das Baubewilligungsverfahren eingeleitet werden. Geht es nach dem Zeitplan der Stadt, soll bereits im September 2017 das definitive Ausführungsprojekt stehen. Wann genau mit dem Bau des neuen Stadtplatzes gestartet wird, ist abhängig vom Baustart der Limmattalbahn, die ihn in der Mitte queren wird, und des Kreisels, der um ihn herumgeführt werden wird. Die Stadt rechnet jedoch damit, dass im Jahr 2019 mit dem Bau begonnen werden kann.