Auf der einen Seite wird von einer dringlichen Umgestaltung eines maroden und finsteren Parks zu einem «Generationenpark» für die ganze Bevölkerung gesprochen. Auf der anderen Seite ist die Rede von einem unsinnigen Luxusprojekt, mit dem sich der Stadtrat ein teures Denkmal setzen will. Nun sind die Stimmbürger am Zug: Am 22. September stimmen sie darüber ab, ob es nötig ist, die grösste Erholungs- und Grünfläche im Zentrum von Dietikon attraktiver zu gestalten.

«Jeden Franken wert»

Stadtrat und Gemeinderat empfehlen eine Annahme des Kreditantrags in der Höhe von 2,92 Millionen Franken, dem jährliche Mehrkosten von 45 000 Franken für den Unterhalt folgen würden. Sowohl FDP, SP, EVP als auch AL stehen hinter dem Projekt: Sie sind sich einig: Eine Umgestaltung der Kirchhalde wäre nicht nur eine Bereicherung für die
Quartierbevölkerung, sondern würde das Image der Stadt Dietikon auch gegen aussen aufwerten. Sie nennen das Projekt auch «Park der Generationen», um dessen Bedeutung als Investition in die Zukunft zu betonen.

Das Gestaltungskonzept, mit dem das Winterthurer Landschaftsarchitekturbüro Rotzler Krebs Partner beauftragt wurde, sieht einen einheitlicheren und lichteren Park vor, der vielfältiger genutzt werden kann als die heutige Anlage (siehe Box). Optisch soll der Park gegen die reformierte Kirche hin geöffnet werden, die heute vom Park aus kaum sichtbar ist; ein Wasserspiel und viele Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen. «Es soll ein attraktiver Park für alle Bevölkerungsschichten werden, der allen Nutzungsansprüchen gerecht wird», so Stadtpräsident Otto Müller.

Auch die Kosten für den Park seien vertretbar, finden die Befürworter. Mit 174 Franken pro Quadratmeter befinde man sich kostentechnisch «am unteren Ende solcher Parkanlagen», schreibt die SP. «Jeden Franken wert» ist der Park aus Sicht der FDP. Die Partei, die sonst immer auf Haushaltsoptimierung pocht, lässt verlauten: «Der Kredit hat im Finanzplan der Stadt gut Platz.»

SVP, CVP und Grüne: zu teuer

Diese Argumente vermögen jedoch nicht alle zu überzeugen. Für die SVP ist das «Luxusprojekt» vor allem eines: viel zu teuer für eine Stadt, die ohnehin bereits mit finanziellen Problemen kämpft. «3 Millionen für eine Wiese?» betitelt die SVP Dietikon denn auch ihre Nein-Kampagne, die sie unter anderem mit Standaktionen vorantreibt. Die Partei ist einer Neugestaltung der Kirchhalde nicht generell abgeneigt, doch müsse diese mit der prekären Finanzlage der Stadt vereinbar sein.

Unterstützung erhält die SVP von der CVP und den Grünen. Auch ihnen ist das Projekt zu teuer. Die Grünen stört zudem, dass bei einem Ja Gelder verschleudert würden, die für dringendere Ausgaben eingesetzt werden könnten, wie etwa für die Sanierung des Zentralschulhausplatzes. Ausserdem ist das Projekt den Grünen zu wenig naturnah.

Park wird behindertengerecht

Weiter kritisierten die Gegner, dass der Park vom Alters- und Gesundheitszentrum Ruggacker her nicht alters- und behindertengängig erschlossen würde. In einer gestern verschickten Mitteilung wehrt sich die Stadt gegen diese Behauptung. «Der Park ist alters- und behindertengerecht mit einem rollstuhlgängigen Fusswegnetz und Zugängen, entsprechenden Belägen sowie einem Behinderten-WC», heisst es darin. Der direkte Zugang könne mit dem Rollator problemlos überwunden werden; rollstuhlgängige Bewohner würden draussen ohnehin stets begleitet.