Dietikon
Stadtmusik bringt Gesang zurück auf die Bühne der Stadthalle

An ihrem Jahreskonzert vereinte die Stadtmusik Schlegelakrobatik, Trompeten-Soli und Gesang.

Anina Gepp
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Jahreskonzert Stadtmusik Dietikon
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Am Wochenende durften sie endlich zeigen, wofür sie ein Jahr lang geübt hatten: Musiker der Stadtmusik Dietikon.
Am Wochenende durften sie endlich zeigen, wofür sie ein Jahr lang geübt hatten: Musiker der Stadtmusik Dietikon.
Am Wochenende durften sie endlich zeigen, wofür sie ein Jahr lang geübt hatten: Musiker der Stadtmusik Dietikon.
Am Wochenende durften sie endlich zeigen, wofür sie ein Jahr lang geübt hatten: Musiker der Stadtmusik Dietikon.
Am Wochenende durften sie endlich zeigen, wofür sie ein Jahr lang geübt hatten: Musiker der Stadtmusik Dietikon.
Am Wochenende durften sie endlich zeigen, wofür sie ein Jahr lang geübt hatten: Musiker der Stadtmusik Dietikon.

Jahreskonzert Stadtmusik Dietikon

Anina Gepp

Im Untergeschoss der Dietiker Stadthalle werden ein letztes Mal wichtige Passagen geübt und Kostüme zurechtgezupft. Kurz vor dem grossen Auftritt, dem Jahreskonzert, steigt die Spannung. Endlich kommt vor Publikum, was im stillen Kämmerchen monatelang einstudiert wurde. Mirjam Peter, die Präsidentin der Stadtmusik Dietikon, gibt den Musikern ein Zeichen. Es ist Zeit, sich auf die Bühne zu begeben.

Von all dem bemerken die Gäste im Saal nichts. Sie schieben sich noch genüsslich Pommes frites in den Mund. Als das Licht gedimmt wird, tupfen sie sich schnell die Mundwinkel ab. Hinter dem schweren roten Vorhang bewegt es sich. Vier Tambouren betreten zur selben Zeit im Gleichschritt die Bühne, angeführt von Raphael Bausch. In Reih und Glied stellen sie sich vor dem Vorhang auf. Das laute Trommeln ihrer Stäbe erfüllt den ganzen Saal. Das rhythmische Stück wurde von Bausch eigens kreiert und besteht die Feuerprobe: Der Applaus ist ausgiebig.

Dann endlich: Bühne frei für die ganze Truppe der Stadtmusik Dietikon. Die vordersten Reihen tuscheln und winken, sie suchen nach ihren Bekannten oder Liebsten auf der Bühne. Vonseiten der Musiker kommt darauf keine grosse Reaktion, zu konzentriert sind sie. Mit gespitzten Lippen setzen sie ihr Instrument an, die Augen fokussiert auf das Notenblatt vor sich gerichtet. Die ersten Klänge lassen die Zuhörer verstummen. Die einzig auszumachende Bewegung findet nun auf der Bühne statt; das Wippen von in schwarzen Lederschuhen steckenden Füssen im Takt der gespielten Melodie.

Schon nach dem ersten Stück müssen die engen Blazer der Musiker weichen. Für das Stück «Innuendo» von Freddie Mercury brauchen die Spielenden mehr Bewegungsfreiheit. Die temperamentvollen Passagen, die als Flamenco-Rhythmus gemischt mit Oper-Elementen beschrieben werden können, verlangen den Musikern einiges ab. Präsidentin Peter glänzt in ihrem Solo, es ist eine sehr ruhige Passage. Einige der Zuhörer schliessen die Augen. Es wird ganz ruhig im Raum. Einzig ein Kind hält die Stille und die leisen Klänge nicht aus und zupft ungeduldig am Ärmel der Mutter. «Gibt es solche Töne wirklich oder kommen die aus dem Lautsprecher?», fragt es ungläubig.

Stadtmusik ersetzt Männerchor

Kaum glauben können es die Zuhörer auch, als die gesamte Stadtmusik zu singen beginnt. Und erst noch den immer wieder gern gecoverten Hit «Hallelujah» von Leonard Cohen. Der Dirigent der Stadtmusik, Marco Nussbauer, hat sich an das Stück herangewagt und es neu interpretiert für seine Musiker. Mit grossem Erfolg: Die Gesangseinlage des Abends erntet den grössten Applaus des Publikums. «Nachdem sich der Dietiker Männerchor aufgelöst hat, musste hier in der Stadthalle wieder einmal gesungen werden», scherzt Roland Debrunner, der die Zuhörer moderierend durch den Abend führt.

Dann kommt Vlado Kumpan auf die Bühne. Ihn hat das Publikum mit Spannung erwartet. Der Gastsolist macht Halt bei der Stadtmusik Dietikon und stellt sein Talent für die böhmisch-mährische Blasmusik unter Beweis. Der Trompeter gibt ein Solo für die Lieder «One Moment in Time» und «Malaguena».

Im zweiten Teil des Programms kommen die Jüngsten zum Zug. Sie zeigen, dass dem Nachwuchs der Stadtmusik der Rhythmus im Blut liegt. Immer schneller wirbeln sie ihre Stäbe umher, eine faszinierende Schlegelakrobatik in ohrenbetäubender Lautstärke. Der Abend endet schliesslich so, wie er begonnen hat: Im Untergeschoss der Stadthalle. Nun sind es aber weniger die Musiker, die sich dort treffen. Viel mehr feiert das Publikum dort weiter: am Oktoberfest mitten im Mai.