Stadthalle Dietikon
So üben die Mitarbeiter des Dietiker Impfzentrums: Am Dienstag verabreichen sie die ersten Impfungen

Nach dem langen Osterwochenende soll in Dietikon direkt geimpft werden. Am Donnerstagmorgen wurden die Mitarbeiter des Impfzentrums geschult. Stadtrat Heinz Illi zeigt sich zufrieden mit dem Ablauf: «Die Motivation ist spürbar.»

Hans-Caspar Kellenberger
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Der Eingang zum Impfzentrum in der Dietiker Stadthalle. Nächste Woche wird hier geimpft.

Der Eingang zum Impfzentrum in der Dietiker Stadthalle. Nächste Woche wird hier geimpft.

Alex Spichale

Der Donnerstagmorgen in der Dietiker Stadthalle beginnt mit der Einführung im Plenum. Ziel ist es, den Betrieb des Impfzentrums zu testen, das am Dienstag seine Pforten öffnet. Dabei sind neben dem Dietiker Sicherheits- und Gesundheitsvorsteher Heinz Illi (EVP) auch die medizinischen Verantwortlichen vom Spital Limmattal und Yves Schneuwly von der Firma Coople anwesend. Über dieses Unternehmen wurden die Helfer für das Dietiker Impfzentrum rekrutiert. Ein Kernteam von 32 Personen wurde zusammengestellt, das ab nächster Woche im Einsatz ist.

Hierbei wurde eng mit dem regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) zusammengearbeitet. Rund die Hälfte der Mitarbeiter im Impfzentrum war zuvor arbeitslos. Alt und Jung sind hier mit dabei und wollen mithelfen. 271 Menschen hatten sich beim Impfzentrum Dietikon als Mitarbeiter beworben. «Das gesellschaftliche Interesse mitzuarbeiten war gross», sagt Schneuwly. So wurde innert kürzester Zeit ein funktionsfähiges Team zusammengestellt ‒ vom Chefarzt bis zum Logistiker.

Stadtrat Heinz Illi (Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Dietikon) im Gespräch mit Yves Schneuwly (Geschäftsführer Coople Schweiz).

Stadtrat Heinz Illi (Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Dietikon) im Gespräch mit Yves Schneuwly (Geschäftsführer Coople Schweiz).

Alex Spichale

Zum Start ein reduzierter Betrieb, danach die schrittweise Aufstockung

Nach der Vorstellungsrunde führt Stadtrat Illi in die Impfstrategie ein. Ab Dienstag werden Personen ab 65 Jahren mit dem Impfstoff von Pfizer geimpft. Zum Start wird es einen reduzierten Betrieb geben – 165 Impfungen pro Tag in vier Impfkabinen. Danach wird je nach Verfügbarkeit von Impfdosen aufgestockt. Später sollen neun Kabinen in Betrieb sein. Eine weitere Kabine ist als Reserve angedacht. Die Helfer teilen sich in Gruppen auf. Der Ablauf einer Impfung wird Schritt für Schritt vorgestellt. Ein Mitarbeiter der Stadt Dietikon sowie medizinische Verantwortliche führen durch die Impfstrassen.

Am Testtag im Impfzentrum Dietikon werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult.

Am Testtag im Impfzentrum Dietikon werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult.

Alex Spichale

Zuerst kommen die Eintrittskontrolle und die Zuweisung der Impfkabine am Schalter beim Eingang. Danach geht es in den Warteraum mit Sitzmöglichkeit und von da aus in die jeweilige Impfkabine. Beim Ausgang aus der Impfstrasse haben frisch geimpfte Personen dann erneut die Möglichkeit 15 Minuten zu sitzen, um sich zu erholen. Zusätzlich gibt es Liegemöglichkeiten und einen Notfallposten, wo medizinisches Personal bei allfälligen Komplikationen zur Verfügung steht. Bei der Übung wird dem Kernteam alles gezeigt, auch der Kühlschrank, wo die Impfdosen aufbewahrt werden.

Blick in eine Impfstrasse im Impfzentrum Dietikon.

Blick in eine Impfstrasse im Impfzentrum Dietikon.

Alex Spichale

Die Menschen sollen aktiv betreut werden

In der Funktionsschulung werden die neuen Mitarbeiter in ihre Kerntätigkeit innerhalb des Impfbetriebs eingeführt. Die administrativen Helfer lernen Impfregistrierungen zu überprüfen und wie die Zuweisung zu den Kabinen abläuft. Gleichzeitig üben die medizinischen Mitarbeiter das Aufziehen der Spritzen, mit denen die Impfdosis verabreicht wird. Nach der Fragerunde stellt Stadtrat Illi das Leitbild des Impfzentrums vor:

«Die Menschen sollen spüren, dass wir hier gerne arbeiten und auf sie zugehen. Sie sollen aktiv betreut werden.»
Claudia Matousek, Spital Limmattal, erklärt das Aufziehen der Spritzen.

Claudia Matousek, Spital Limmattal, erklärt das Aufziehen der Spritzen.

Alex Spichale

Die Stadt Dietikon hat bis anhin noch nie ein Impfzentrum dieses Ausmasses auf die Beine gestellt. Dementsprechend war Druck da: «Wir haben grossen Respekt vor der Sache», sagt Illi. Der Stadtrat zeigt sich auf Nachfrage sehr zufrieden mit dem Ablauf der Schulung. «Die Motivation ist spürbar. Die Leute sind interessiert und arbeiten selbstständig.» Verbesserungspotenzial könne man zu diesem Zeitpunkt kaum ausmachen. «Das sehen wir erst am Dienstag. Wir haben alles durchgespielt. Mit dem Projektteam, den Ärzten, der Stadthalle und den Mitarbeitern.» Ab jetzt gilt: «learning by doing». So oder so wird am 6. April der Startschuss für die Impfungen gegen Covid-19 in Dietikon fallen.