Sozialdetektive

Stadt Zürich hilft bei Sozialhilfemissbrauch in Oberengstringen

Käthi Mühlemann, Sozialvorsteherin von Oberengstringen.

Käthi Mühlemann, Sozialvorsteherin von Oberengstringen.

Die Gemeinde Oberengstringen setzt bei Verdachtsfällen auf Sozialhilfemissbrauch künftig Inspektoren aus der Stadt Zürich ein.

Die Gemeinde Oberengstringen schlägt einen neuen Weg ein im Kampf gegen Sozialhilfemissbrauch. Sie wird künftig mit den Sozialinspektoren der Stadt Zürich zusammenarbeit, wenn ein begründeter Verdacht besteht. «Wir haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, die ab sofort in Kraft tritt», erklärt Sozialvorsteherin Käthi Mühlemann. Bislang habe die Gemeinde mit privaten Anbietern gearbeitet, wobei man sich bei den erhärteten Verdachtsfällen mehr Informationen gewünscht habe. Durch die neue Zusammenarbeit erhoffe man sich nun mehr Erfolg.

«Einerseits sind die Sozialinspektoren in Zürich professionell ausgebildete Leute, die eng mit verschiedenen anderen Stellen wie der Sittenpolizei oder dem Strassenverkehrsamt zusammenarbeiten», so Mühlemann. Andererseits seien die Fälle durch die geografische Nähe zwischen Oberengstringen und Zürich oftmals ähnlich gelagert.

Nur bei begründetem Verdacht

Zu Einsatz kommen solche Inspektoren dann, wenn begründeter Verdacht besteht auf falsche Angaben zur Personenzahl im unterstützten Haushalt, auf Schwarzarbeit oder auf Nebeneinkünfte aus legalen oder illegalen Geschäften. «Bei jährlich drei bis fünf aller Sozialhilfefälle in der Gemeinde Oberengstringen besteht der Verdacht, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht», erklärt Mühlemann.

«Diese Zahlen belegen, dass es sich nur um einen kleinen Prozentsatz von mutmasslichen Sozialhilfebetrügern handelt», sagt Mühlemann. Der weitaus grösste Teil der Sozialhilfebezüger sei rechtmässig auf die Unterstützung angewiesen.

Diejenigen, so Mühlemann, die sich nicht an die Regeln halten, müssen künftig damit rechnen, dass sie auffliegen. «Der Einsatz von Sozialinspektoren ist eine gute Hilfe für unsere Sozialarbeiterinnen. Obschon sie viele Verdachtsfälle selber klären können, gibt es immer wieder solche, die äusserst aufwändig sind», so Mühlemann. Um solche Fälle zu behandeln, fehlten in Oberengstringen aber die Ressourcen. «Für die Sozialarbeiter ist es unangenehm, wenn sie das Gefühl haben, über den Tisch gezogen zu werden, und wenig dagegen unternehmen können», hält die Sozialvorsteherin fest. Deshalb sei der Einsatz von Sozialinspektoren eine gute Ergänzung zur Tätigkeit der Sozialarbeiter.

Observation und Nachforschung

Die Tätigkeit der Inspektoren beinhaltet Observationen und Nachforschungen vor Ort, wie das Sozialdepartement der Stadt Zürich auf seiner Homepage schreibt. Für einen Zutritt in eine Wohnung gegen den Willen ihrer Bewohner fehle jedoch die Rechtsgrundlage. Deshalb würden die Inspektoren keine unangemeldeten Hausbesuche machen. Solche würden sowieso kaum Informationen ergeben, die sich nicht auch anderweitig, beispielsweise durch Beobachtung des Umfelds, beschaffen liessen.

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