Auf eine Bevorschussung hat Anspruch, wer die Alimente für sein Kind nicht, nur teilweise oder zu spät erhält. Wie die Alimentenhilfe bei der Dietiker Jugend- und Familienberatung der Stadt berichtete, wurden bis und mit dem dritten Quartal 2013 rund 940 000 Franken für den Kinderunterhalt vorgeschossen. Dies entspricht über 80 Prozent des gesamten Betrags von 2012. Die Vorschüsse für das ganze Jahr 2013 werden gemäss Stadtratsmitteilung somit über dem Vorjahresniveau liegen.

Dieser Anstieg ist jedoch nicht auf eine Zunahme von Fällen zurückzuführen, sondern auf eine Änderung des Jugendhilfegesetzes, im Zuge dessen die Maximalhöhe der Bevorschussung von bisher 650 auf neu 936 Franken angehoben wurde. Die Gesetzesänderung, die auf den 1. Januar 2013 in Kraft trat, führte im vergangenen Jahr dementsprechend zu höheren Vorschusssummen.

Alimente eintreiben ist schwierig

Gleichzeitig hatte die zuständige Fachstelle grössere Mühe, die ausstehenden Alimentenzahlungen einzutreiben. In den ersten drei Quartalen wurden lediglich 275 000 Franken zurückbezahlt. Die Rücklaufquote sei trotz Bemühungen der Alimentenhilfe schwer beeinflussbar, so der Stadtrat. Erschwerende Faktoren sind etwa nur teilweise berufstätige Elternteile, bei denen auch auf dem Betreibungsweg kein Geld zu holen ist, oder solche, die ins Ausland ziehen, ohne eine Aufenthaltsadresse zu hinterlassen. Auch strafrechtliche Verurteilungen seien selten wirksam: Die bedingten Strafen machen auf die Schuldner wenig Eindruck, die selteneren Haftstrafen hingegen hindern diese nur am Geldverdienen.

Seit der Aufhebung der Vormundschaftsbehörde per Ende 2012 ist in Dietikon die Sozialabteilung für die Alimentenbevorschussung zuständig. Die Alimentenhilfe bei der Jugend- und Familienberatung nimmt die Gesuche wie bisher entgegen, prüft sie und macht Auszahlung sowie Inkasso. Anschliessend werden die Gesuche von der Sozialabteilung geprüft und vom Sozialvorstand bewilligt. (rue)