Schlieren
Stadt will Gegenvorschlag zur Ortsbus-Initiative erarbeiten

Die Exekutive erachtet die geforderte Erschliessung des Altersheims Sandbühl an das geplante Ortsbus-Netz als nicht opitmal. Deshalb will sie einen Gegenvorschlag erarbeitet.

Florian Niedermann
Merken
Drucken
Teilen

Keystone

Linie 307 soll besser werden

Der Stadtrat will ein Postulat von Jolanda Lionello (SP) betreffend «Linienführung Bus Nr. 307» entgegennehmen, wie er in einem Antrag an das Parlament mitteilt. Lionello fordert die Stadt dazu auf, abzuklären, ob die Linienführung des Busses verbessert werden kann. So fehle etwa eine direkte Anbindung an die Linie 31 über die Gasometerbrücke. Weiter ende der Betrieb der Linie 307 wochentags bereits um 19 Uhr und Samstags um 18 Uhr. Am Sonntag verkehre gar kein Bus.

Der Stadtrat ist der Schaffung eines Ortsbusses zur Feinerschliessung der Stadtquartiere vom Bahnhof her zwar zugetan. Er ist aber mit der Linienführung nicht einverstanden, die ein überparteiliches Komitee und über 600 Unterzeichnende der Volksinitiative «Ortsbus in Schlieren» fordern. Die Exekutive will deshalb einen Gegenvorschlag erarbeiten.

Eine der drei von den Initianten vorgesehenen Routen, über die der Ortsbus die Urdorferstrasse und das Haus für Betagte Sandbühl erschliessen soll, erachtet der Stadtrat als nicht optimal. «Wenn wir diese Linie einführen, dann bezahlen wir doppelt», sagt Werkvorstand Christian Meier (SVP).

Bereits jetzt entrichte die Stadt dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) jährlich Beiträge für den Betrieb der im Quartier verkehrenden Buslinien 302 und 308, über die das Altersheim erschlossen werde. «Zwar liegen deren Stationen nicht direkt vor dem Haus. Das Sandbühl verfügt aber über einen eigenen Bus, den die Bewohner nutzen können», so Meier.

Der Stadtrat beantragt dem Stadtparlament deshalb, die Initiative abzulehnen und ihr einen Gegenvorschlag gegenüberzustellen, den er dazu erarbeiten würde. Darin enthalten wäre die in der Initiative geforderte Erschliessung des Schlieremerbergs über die Kampstrasse und den Friedhof sowie des Rietbachquartiers und der Sporthalle Rohr über die Brandstrasse.

Bei den Initianten stösst das Vorhaben auf Ablehnung. Für sie ist eine Anbindung des Sandbühls unabdingbar, wie Mitinitiant und CVP-Gemeinderat Rolf Wegmüller auf Anfrage mitteilt: «Die Bewohner des Altersheims zahlten teilweise über Jahrzehnte in Schlieren Steuern. Wir sind es ihnen schuldig, dass sie jederzeit ins Zentrum gelangen können.» Der Privatbus des Sandbühls fahre jedoch nicht einmal jeden Tag.

Vielen Bewohnern könne der Weg zu den bestehenden Bushaltestellen nicht zugemutet werden, so Wegmüller. 2006 richtete die damalige FDP-Gemeinderätin Silvia Arnet bereits ein Postulat an den Stadtrat, um die Schaffung eines Ortsbusses zur Anbindung des Schlierenbergs und des Rietbach-Quartiers zu erwirken. Den Kredit in der Höhe von 631 000 Franken für einen zweijährigen Versuchsbetrieb des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) lehnte das Parlament aber ab, weil ihm die Kosten zu hoch waren.

ZVV soll Bus betreiben

Auch im aktuellen Antrag äussert der Stadtrat das Bestreben, den Busbetrieb durch den ZVV führen zu lassen. Für einen Ortsbus nach Vorstellung der Exekutive wäre der zu bewilligende Kredit damit in etwa gleich hoch, wie vor sieben Jahren. Nach dem Versuchsbetrieb würde die neue Linie ins Regelangebot aufgenommen. Die jährlichen Kosten beliefen sich dann auf 90 000 Franken. Die Stadt prüfte auch einen Betrieb durch ein privates Unternehmen. Er würde in den ersten zwei Jahren 525 000 Franken und in den Folgejahren 240 000 Franken kosten.

Obwohl die Ausgaben für einen Ortsbus nicht tiefer wären, als beim Vorgängerprojekt, rechnet Meier damit, dass das Parlament entweder die Initiative oder den Gegenvorschlag unterstützen wird: «Es handelt sich um eine Volksinitiative. Damit ist klar, dass die Bevölkerung den Bus will», erklärt er.
Das Gemeindeparlament muss nun entscheiden, ob es einen Gegenvorschlag will. Bei einem Ja würde der Initiative bei der Urnenabstimmung der Vorschlag des Stadtrats gegenübergestellt.