Dietikon
Stadt will bei der Limmattalbahn mitreden

Dietikon möchte die Umsetzung mitgestalten, kann das aber nicht überall.

Tobias Hänni
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Dietikon hat für die Aufwertung der Zürcherstrasse die Aufnahme des Abschnitts zwischen Trio und Kirchplatz ins kantonale Agglomerationsprogramm beantragt.FNI

Dietikon hat für die Aufwertung der Zürcherstrasse die Aufnahme des Abschnitts zwischen Trio und Kirchplatz ins kantonale Agglomerationsprogramm beantragt.FNI

Florian Niedermann

Kurz nach Annahme der Limmattalbahn durch das Zürcher Stimmvolk am 22. November reichte Lucas Neff (Grüne) zusammen mit 21 weiteren Dietiker Gemeinderäten eine Dringliche Interpellation beim Stadtrat ein. Wie dieser das «Jahrhundertbauwerk» – die Bahn selbst und die ergänzenden Strassenverkehrsmassnahmen – bei dem die Planungshoheit beim Kanton liege, aktiv und kritisch mitgestalten wolle, so die Kernfrage des Vorstosses. «Eine Planung ist nur zu Beginn noch formbar», begründete Neff in der gestrigen Gemeinderatssitzung die Dringlichkeit des Vorstosses.

In der von Stadtpräsident Otto Müller (FDP) vorgetragenen Antwort wird die Absicht geäussert, «die Planung und Umsetzung aktiv zu begleiten». Dabei sollen konkrete Vorschläge eingebracht werden, führte Müller zunächst aus und ging danach auf die Fragen der Dringlichen Interpellation ein.

Generelle Mitwirkung: Möglichkeiten der Mitwirkung bestehen für den Stadtrat insbesondere in der «Begleitung der Bauarbeiten». Weitere Handlungsfelder sieht der Stadtrat in städtebaulichen Fragen. Müller nannte als Beispiel die Gestaltung der Zürcherstrasse zwischen der Trio-Überbauung und dem Kirchplatz. Für die einheitliche Gestaltung der Durchfahrtsstrasse habe die Stadt beantragt, diesen Abschnitt ins Agglomerationsprogramm der dritten Generation aufzunehmen. «Der Kanton ist bereit, dieses Anliegen zu berücksichtigen.»

Tramdepot: Der Stadtrat ist zwar mit dem Depotstandort Müsli nicht zufrieden. Gegenüber dem Gebiet Asp in Spreitenbach weise es «klare Nachteile» auf. «Der Stadtrat hat sich in seiner Stellungnahme zum Depotprojekt entsprechend geäussert», sagte Müller. Weitergehende Einflussmöglichkeiten werden in der Antwort nicht erwähnt.

Anbindung Niderfeld: Die Zerschneidung des Siedlungsgebiets durch die Überlandstrasse bezeichnete Müller als «unbefriedigend». Hier brauche es ein Umdenken des Kantons, die Strasse müsse zu einer innerstädtischen Achse werden. «Hier sind Diskussionen mit dem Kanton im Gange», sagte Müller. Die Stadt sei bereit, Vorschläge einzubringen.

Städtebau : Mit den Richtlinien «Siedlungserneuerung und Siedlungsverdichtung» habe der Stadtrat den ersten Schritt getan, um Erneuerungsprozesse auszulösen, so Müller. Für die Entwicklung entlang der Limmattalbahn stünden ein Hochhauskonzept und eine Volumenstudie kurz vor Abschluss. Mit einer Revision des Richtplans sollen die Eckwerte der angestrebten städtebaulichen Entwicklung nun definiert und politisch verankert werden.

Bahnhofplatz: Der Stadtrat habe im Rahmen des Masterplansverfahrens für die künftige Gestaltung des Platzes verschiedene Massnahmen entwickelt. «Dazu gehört beispielsweise der geplante Erwerb der Liegenschaften Bahnhofplatz 16 und 18», sagte Müller.

Submission : Die Vergabe von Aufträgen beim Bau der Limmattalbahn liege in der Zuständigkeit des Kantons und erfolge nach dem öffentlichen Beschaffungsrecht, so die Antwort des Stadtrats, der hier keine Möglichkeit sieht, zugunsten von Dietiker Unternehmen Einfluss zu nehmen.

Baustellen: Die Koordination der baulichen Massnahmen «stellen hohe Anforderungen» und müssten mit den Werterhaltungsmassnahmen auf städtischer Ebene abgestimmt werden, so Müller. Die Stadt bringe hier bei der Erstellung der Ablaufpläne ihre Anliegen ein und sei bestrebt, die Einschränkungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.

Runder Tisch: Den 2011 ins Leben gerufene runde Tisch Limmattalbahn möchte der Stadtrat beibehalten. Dem Stadtrat sei es ein wichtiges Anliegen, die Bevölkerung, Parteien und Verbände gut zu informieren.

Interpellant Neff zeigte sich «sehr zufrieden» mit der Antwort. «Damit ist der Grundstein gelegt für eine gemeinsame Weiterbearbeitung.» Teilweise lasse die stadträtliche Antwort aber Fragen offen. So hat sich der Stadtrat etwa bei einer für die Dietiker Bevölkerung optimalen Baustellenführung für laut Neff «zu wenig Gedanken gemacht.» Martin Romer (FDP) forderte den Stadtrat auf, das Parlament in kurzen Abständen über die weitere Entwicklung zu informieren.