Das Limmattal boomt. Dass es den Betrieben rund läuft, soll Interessierten nun auch in Wirtschaftsrundgängen gezeigt werden. Bei solchen werden ein oder mehrere Unternehmen besucht und aufgezeigt, wie diese wirtschaften. In einer Interpellation hat Gemeinderat Olivier Barthe (FDP) den Stadtrat angefragt, wie er zur Idee steht. Nun liegt die Antwort vor. Die Stadt unterstützt den Vorschlag eines historischen Wirtschaftsrundgangs, der die traditionelle Grenzbegehung modernisieren soll. Doch als Organisator sieht sie sich nicht, wie sie schreibt.

Vielmehr findet der Stadtrat, dass sich der Stadtverein um die Durchführung kümmern sollte. Schliesslich führe dieser bereits heute jährlich rund 20 Stadtbesichtigungen durch, 2016 zuletzt auch die Durchführung der Grenzbegehung – laut Barthe «ein Relikt aus der Agrarwirtschaft Ende des sechszehnten Jahrhunderts».

Doch anscheinend «gestaltet es sich aber als schwierig, von Unternehmen Termine für Besichtigungen zu erhalten», wie es in der Antwort des Stadtrats weiter heisst. «Offenbar besteht von Unternehmensseite wenig Interesse daran, interessierten Kreisen den Zugang zu den Firmen zu verschaffen.» Der Stadtverein habe aber signalisiert, dass er dem Angebot grundsätzlich positiv gegenüber stehe.

Zuerst empfangsbereit werden

Auch für den Interpellanten Olivier Barthe wäre der Stadtverein die richtige Wahl für die Durchführung des Anlasses. «Beim Schreiben meiner Anfrage hatte ich ihn im Kopf.» Der FDP-Politiker ist grundsätzlich zufrieden mit der Antwort des Stadtrates. «Ich habe mit meiner Anfrage eine Vision platziert, und die Idee scheint angekommen zu sein.» Dass die Umsetzung nun Zeit brauche, sei normal. Es sei sogar in Ordnung, wenn der erste Wirtschaftsrundgang erst in ein paar Jahren zum ersten Mal stattfinden würde. «Firmen müssen für Visionen empfangsbereit sein», meint er, «in erster Linie stehen Unternehmen unter Druck und sind im operativen Modus.» Bleibe man aber genügend hartnäckig dran, würden in einer zweiten Phase dann Strategien entwickelt und in einer dritten Phase folge die Umsetzung. «Dieser Input kommt dann vom Stadtverein, dem Stadtrat oder den Firmen selbst», ist Barthe überzeugt.

Für Gemeinderat Peter Metzinger (FDP), der die Interpellation mitunterzeichnet hat, geht es etwas zu langsam. Er sei vor drei Jahren nach Dietikon gezogen und habe die Unternehmen viel offener erlebt, als sie nun in der Antwort des Stadtrates beschrieben würden. «Ich denke, mit der Anfrage einer Besichtigung rennt man offenen Türen ein. Es sind sicher auch Lösungen mit geringem Aufwand für die Unternehmen denkbar», so Metzinger. Auch würde er gerne wissen, welche Firmen der Stadtverein konkret im Auftrag der Stadt angefragt habe. Weil der Präsident des Stadtvereins und ehemalige Stadtpräsident Otto Müller (FDP) noch bis Sonntag in den Ferien ist, bleibt diese Frage vorläufig unbeantwortet.

Auch Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) weiss nicht konkret, welche Unternehmen angefragt worden sind. Er verweist auf den Wirtschaftsförderer Adrian Ebenberger, der die entsprechenden Kontakte hergestellt habe. Aber auch dieser ist für die Anfrage nicht erreichbar. Bachmann bestätigt, dass der Stadtrat einen allfälligen Wirtschaftsrundgang ideell unterstützen würde, mittels der Veröffentlichung auf der Website oder über das Auflegen von Flyern im Stadthaus.

Gleichzeitig verweist der Stadtpräsident auf die Sitzung des Wirtschaftsrates, die kürzlich stattgefunden hat. Man habe beschlossen, in Zusammenarbeit mit den Verbänden aus Wirtschaft und Gewerbe die Wirtschaftsstrategie zu überarbeiten. «Mehr kann ich dazu momentan nicht sagen», so der Stadtpräsident weiter.
Aus der Strategie geht die wirtschaftliche Identität und Ausrichtung der Stadt hervor, heisst es auch in der schriftlichen Antwort auf die Interpellation.