Dietikon

Stadt und Anwohner diskutieren über die Zukunft des Ateliers 23

Die Nachbarn des geplanten Kulturzentrums an der Bahnstrasse befürchten Verkehrsprobleme und Lärmemissionen.

Die Nachbarn des geplanten Kulturzentrums an der Bahnstrasse befürchten Verkehrsprobleme und Lärmemissionen.

Morgen besprechen sich die Vertreter der Altbergquartier-Bewohner mit der Stadt. Dabei geht es unteranderem um das geplanteneue Kulturzentrum in der früheren Brocki am Bahnhof.

«Auch wir freuen uns, wenn die Stadt Dietikon Kultur fördert», bekräftigt Albert Isler, Präsident der Arbeitsgruppe für ein wohnliches Altbergquartier. Aber durch eine künftige Nutzung der früheren Brocki Atelier 23 als Kulturzentrum befürchten die Anwohner auch Konfliktsituationen. Um es erst gar nicht dazu kommen zu lassen, wollen sie in die Planungen einbezogen werden. Morgen werden sie deswegen beim Stadtrat vorstellig.

In dem Gebäude an der Bahnstrasse sollen dem Kulturraumkonzept der Stadt entsprechend Ateliers, ein Bistro und ein Veranstaltungsraum für bis zu 150 Personen entstehen. Bevor das Haus dem Verein Gleis 21 als Träger übergeben werden kann, muss es noch saniert werden. Ende Januar lud der Verein die Bevölkerung ein, um das Projekt näher vorzustellen. Co-Vereinspräsidentin ist die Ökonomin und Kunsthistorikerin Kerstin Camenisch, die auch in der Nähe wohnt. Für eine Stellungnahme zur Anwohner-Initiative war sie gestern nicht zu erreichen.

Isler lässt keinen Zweifel aufkommen, wie wichtig ihm ein gutes Einvernehmen mit dem Träger ist. «Wir konnten auf der Veranstaltung unsere Wünsche vorbringen.» Die anwesenden Vertreter des Vereins hätten sich bezüglich der Parkiersituation im Quartier sehr einsichtig gezeigt. «Die blaue Zone reicht gerade für die Anwohner und deren Besucher. Weitere Parkplätze gibt es nicht», so Isler. Aber auch etwaige Lärmemissionen durch die kulturelle Nutzung beschäftigen die Anwohner.

Das künftige Kulturzentrum liegt nur wenige Meter von den ersten Wohneinheiten des Quartiers entfernt. Es sei auf der Präsentation auch von «autonomen Strömungen» und nächtlichen Partys die Rede gewesen. «Davor haben wir Anwohner etwas Angst. Eine bestimmte rote Linie darf nicht überschritten werden», so Isler. Nach Schluss der Veranstaltungen könnte sich die Partyszene auf die Nötzliwiese verschieben. Dann hätte das Quartier die ganze Nacht hindurch Partylärm. Dazu käme dann noch eine grosse Menge «Partydreck», der entsorgt werden müsse, heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme Islers an die Stadt.

Verein zeigt sich offen

Der Verein bringt den Ängsten der Anwohner Verständnis entgegen. Mitte Januar meinte Camenisch, dass man das Quartier von Anfang an mit einbinden wolle. «Wir wollen, dass das Altberg-Quartier den Raum als seinen Raum anschaut.» Mit Nachbarn, die öffentliche Nutzungen eher kritisch sähen etwa wegen Verkehrs- und Lärmfragen, habe Gleis 21 schon Kontakt, damit sie von Anfang an einvernehmlich geklärt werden könnten.

Auch bei der morgigen Besprechung geht es den Anwohnervertretern um ein Mitspracherecht, vor allem was das Betriebsreglement anbelangt. «Die Anwohner, die Leiter des Hauses und die Stadt müssen zusammen die Regelungen besprechen», meint Isler. Neben dem Kulturzentrum ist es den Anwohnern ein Anliegen, der Stadt ihr Konzept zur Aufwertung des Altbergquartiers zu präsentieren. Im Fokus dabei: der Fremdverkehr im Quartier, die Gewerbezone entlang der Bahn und ein Durchfahrverbot für Nicht-Anwohner.

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