Schlieren
Stadt stellte zu hohe Anforderungen für Schulverwaltungsleitung

Innerhalb dreier Jahre musste die Stelle der Schulverwaltungsleitung viermal neu besetzt werden. Die Stadt lässt nun eine neues Stellenprofil erstellen und überprüft die Anforderungen an die Leitung der Abteilung Bildung und Jugend.

Florian Niedermann
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Martin Studer:« Wir fanden niemanden der die Anforderungen exakt erfüllte.»

Martin Studer:« Wir fanden niemanden der die Anforderungen exakt erfüllte.»

Limmattaler Zeitung

Die Stadt Schlieren will die Anforderungen an die Leitung der Abteilung Bildung und Jugend überprüfen und ein neues Stellenprofil erstellen. Dies teilte der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation von CVP-Parteipräsident Stefano Kunz in der Gemeinderatssitzung vom Montag mit. Die Behörden reagieren damit auf den Umstand, dass sie die Schulverwaltungsleitung innert dreier Jahre viermal neu besetzen musste.

Jeder personelle Wechsel auf dieser Hierarchiestufe bringe Verlust von Know-how, Mehrbelastung von Mitarbeitenden und teure Interimslösungen mit sich, erklärte Kunz. «Nun muss mehr Kontinuität in diese Abteilung kommen.» In der Begründung seines Postulats forderte er Antworten. So wollte er etwa Wissen, was die Gründe für den Abgang der letzten Abteilungsleiterin gewesen seien und weshalb der Stadtrat es verpasst habe, sich rechtzeitig um eine Nachfolgelösung zu sorgen.

Kündigungsgrund: Überbelastung

Der Stadtrat überliess die Beantwortung der Fragen zu den Anstellungsverhältnissen dem zuständigen Geschäftsleiter Martin Studer. Er sagte, die Schulverwaltungsleiterin habe Überbelastung als Kündigungsgrund angegeben. Er erklärte dies damit, dass der Arbeitsmarkt ausgetrocknet sei. Zudem weise das Stellenprofil hohe operative Leistungsanforderungen gepaart mit viel spezifischem Wissen auf. «In den letzten drei Jahren fanden wir niemand, der das Stellenprofil exakt erfüllte», so Studer.

Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) sagte, die Schulverwaltung habe bereits reagiert und eine Leitung Sonderpädagogik geschaffen, welche die Abteilungsleitung Bildung und Jugend entlaste. Letztere übernimmt weiterhin die administrative Führung der Schulpsychologie, der Schulsozialarbeit, des Horts, der Mittagstische, der Psychomotorik und der Informatik. «Die starke Zunahme der Schülerzahlen sowie neue Strukturen und Angebote führen dazu, dass wir eine weitere Stärkung des Führungskaders prüfen müssen», so Brühlmann.

Vorläufig besetzt die Stadt die vakante Stelle mit Springern, die sie über eine externe Personalvermittlung engagiert. Für das Jahr 2013 budgetierte der Stadtrat 150 000 Franken für Springereinsätze. Der Grund dafür, dass die Stelle derzeit nicht besetzt werde, sei, dass die Stadt eine nachhaltige Lösung erreichen wolle, sagte Studer: «Wir wollen das Stellenprofil ganz exakt festlegen, bevor wir die Stelle ausschreiben.»

Das Parlament forderte trotz dieser Erklärungen mit 19 zu 17 Stimmen die Diskussion. Jürg Naumann (QV) wollte wissen, wie lange der Stadtrat die Abteilungsleitung mit Springern besetzen werde. Studer antwortete, dass der Stadtrat eine definitive Nachfolge im Herbst erwarte, es könne aber auch länger dauern.

Der grüne Gemeinderat und Schulleiter Beat Rüst zeigte sich erstaunt darüber, dass sich die zuständige Stadträtin, Schulpflegepräsidentin Bea Krebs (FDP), nicht zu diesem Geschäft äusserte: «Ich erwarte auch von der politischen Verantwortlichen Antworten.» Krebs sagte darauf, dass Studer die Gründe für die gegenwärtige Situation bereits treffend erläutert habe. Sie sei nicht glücklich über die häufigen Wechsel in der Leitung der Abteilung. «Trotz der Abgänge herrscht im Team aber eine gute Stimmung.» Bis zur Neubesetzung der Abteilungsleitung werde sie im Rahmen ihres Amtspensums Zusatzaufgaben übernehmen, damit alle Aufgaben erfüllt werden.

«Für den Moment zufrieden»

Kunz sagte abschliessend, dass zwar noch einige Fragen offengeblieben seien. So etwa, warum die Stadt für die Analyse des Anforderungsprofils so lange brauche, und warum sie sie nicht schon länger angegangen sei. «Für den Moment bin ich mit den Antworten aber zufrieden», so Kunz.