Rund 430 Franken nahm die Stadt Dietikon für eine Sensibilisierungskampagne im Zusammenhang mit Energieeffizienz im Haushalt in die Hand. Wie aus der stadträtlichen Beantwortung einer kleinen Anfrage von FDP-Gemeinderat Philipp Müller hervorgeht, hat die Stadt im Herbst rund 200 LED-Lampen zu vergünstigten Preisen in der Bevölkerung verkauft, wobei die Gesamtkosten für Einkauf und Werbung die Einnahmen leicht überstiegen.

Dem FDP-Gemeinderat war die Aktion schon im Prinzip ein Dorn im Auge. In seiner Anfrage kritisiert er die Stadt dafür, «sich als Supermarkt zu versuchen». In seiner Antwort verteidigt sich der Stadtrat: Die Aktionsverkäufe der dimmbaren, warmweissen LED-Lampen seien Teil einer Sensibilisierungskampagne anlässlich des «Energydays» gewesen, in der man die Bevölkerung auf Energieeffizienz im Haushalt habe aufmerksam machen wollen.

Und zwar vor allem auf den Fakt, dass heute für die gängigen Lampensockel energiesparende LED-Lampen zur Verfügung stehen, was einen Umstieg auch ohne einen zwingenden Austausch der Leuchten ermöglicht.

Zwar ist auch der Stadtrat der Meinung, dass es nicht «Aufgabe der öffentlichen Hand ist, sich als ‹Supermarkt› zu betätigen», wie Müller ihm vorwirft. «Allerdings ist es die Aufgabe einer Energiestadt, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten — verbunden mit dem Ziel, die Bevölkerung zum sorgsamen Umgang mit Energie zu motivieren», so der Stadtrat.

Müllers Frage, ob weitere «solche oder ähnliche Geisterfahrten in die Privatwirtschaft» vorgesehen seien, bejaht der Stadtrat denn auch. «Aktionen zur Sensibilisierung für Energieeffizienz und erneuerbare Energien» wolle die Stadt, die für nächstes Jahr das Label «Energiestadt Gold» anstrebt, auch 2015 durchführen.

Ob dabei wieder LED-Lampen verkauft werden, ist noch unklar. Klar ist hingegen, dass die Aktion nur bedingt als Erfolg gewertet werden kann — nicht nur finanziell, sondern auch bezüglich Interesse. Nur rund ein Viertel der 400 eingekauften LED-Lampen konnte nämlich am dafür vorgesehenen Aktionstag im Oktober abgesetzt werden.

Weitere 100 Stück wurden in einer Verlängerung der Aktion verkauft — bis die Stadt am 10. November darüber informiert wurde, dass die unverkauften Lampen in den Originalkartons «nun doch noch zurückgenommen werden».(rue)