Der Einfluss der einzelnen Gemeinden auf den Betrieb des Flughafens Zürich ist gering: Zu diesem Schluss kommt Dietikons Stadtrat in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage von Peter Wettler.

Der parteilose Gemeinderat wollte darin wissen, wie es mit der Bilanz des Versprechens aussehe, die Abflugrouten der Jets von der Route 27 über dem Limmattal breiter zu fächern. Der Stadtpräsident habe vor den letzten Wahlen verlauten lassen, er setze sich für eine gerechtere Verteilung des Fluglärms ein, begründet Wettler seinen Vorstoss.

In seiner Antwort verweist der Stadtrat auf die Kompetenzverteilung in der Luftfahrt. Die politischen Gemeinden würden im Rahmen der Konsultativen Konferenz Flughafen Zürich (KKFZ) in die kantonalen Entscheide betreffend Flughafen mit einbezogen. Der Kanton informiere dabei die Gemeinden über den Stand laufender Projekte und nehme ihre Anliegen entgegen. Für die Limmattaler Gemeinden sitzen Dietikons Stadtpräsident Otto Müller (FDP) und Oetwils Gemeindepräsident Paul Studer (FDP) in der KKFZ. Laut Stadtrat «setzen sie sich für weniger Fluglärm im Limmattal ein». Aber eben: «Der Einfluss ist begrenzt».

Restriktionen in Süddeutschland

Der Stadtrat verfolge «intensiv» die Entwicklung der Flugbewegungen und der damit verbundenen Lärmbelastungen in Dietikon, heisst es in der Antwort weiter. Dazu sei er «bereits mehrmals beim Kanton vorstellig geworden». In einem von sämtlichen Limmattaler Gemeindepräsidenten unterzeichneten Schreiben sei der Regierungsrat zudem aufgefordert worden, die Abflugroute K der Westpiste 28 so anzupassen, dass die Region nördlicher und damit über weniger dicht besiedeltem Gebiet überflogen werde. Gemäss Stadtrat ist die K-Route für einen grossen Teil des Fluglärms in der Region verantwortlich.

Die Forderung sei aber aufgrund diverser Anpassungen bei anderen Flugrouten und Warteräumen für Flugzeuge nicht umsetzbar, zitiert der Stadtrat Regierungsrat Ernst Stocker. Diesen Anpassungen seien Restriktionen im süddeutschen Luftraum vorausgegangen. Diese Restriktionen haben laut Stadtrat auch dazu geführt, dass die Flüge der einstigen Route L nun ebenfalls über das Limmattal führen. Er werde sich gegen diese «überdurchschnittliche Lärmbelastung wehren», schreibt der Stadtrat, und sich unter anderem für eine Umsetzung des Staatsvertrags mit Deutschland betreffend der Flugbewegungen einsetzen. Die Umsetzung «würde Dietikon eine Reduktion der Überflüge und damit der Lärmbelastung bringen».

Weniger Lärm, da steilerer Start

In der Zwischenzeit setzt der Stadtrat seine Hoffnungen auf die technologische Entwicklung. So verweist er in seiner Antwort auf die Flottenerneuerung bei der Swiss: Diese ersetze seine Kurzstreckenflugzeuge seit Anfang Jahr durch «etwa halb so laute Flieger». Und ab 2016 werde ein Teil der Airbus-A340-Langstreckenflugzeuge durch Boeing B777 abgelöst. «Diese können viel schneller steigen», schreibt der Stadtrat. Deshalb seien sie schon sechs bis sieben Kilometer nach dem Start um 1000 Meter höher als die Airbus-Flieger.