Dietikon
Stadt fühlt sich durch neue Sicherheitsstudie bestätigt

Die Stadt Dietikon nahm neben 32 anderen Städten am Projekt «Sichere Schweizer Städte 2025» teil. Nicht alle Resultate der Studie hat man jedoch so erwartet. Bestärkt sah sich Dietikon jedoch in ihrem Kampf gegen das Littering.

Kathrin Schneider und Bettina Hamilton-Irvine
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Patrouille am Bahnhofplatz die Stadt hat die Polizeipräsenz in den letzten Jahren verstärkt.

Patrouille am Bahnhofplatz die Stadt hat die Polizeipräsenz in den letzten Jahren verstärkt.

Limmattaler Zeitung

Schweizer Städte bleiben sicher. Das ist das Fazit des Projekts «Sichere Schweizer Städte 2025», das der schweizerische Städteverband in Zusammenarbeit mit der Firma Ernst Basler + Partner während der letzten 15 Monate durchgeführt hat. An der Studie teilgenommen hat auch Dietikon - nebst 32 weiteren Städten.

Probleme: Littering und Alkohol

Das Pilotprojekt hatte zum Ziel, eine Übersicht über zentrale Entwicklungen in Sicherheitsfragen zu erstellen. Anhand der Untersuchung von Pilotstädten aus verschiedenen Regionen soll aufgezeigt werden, wie sich die Sicherheitssituation in Schweizer Städten bis im Jahr 2025 voraussichtlich verändern wird.

Laut Schlussbericht, der diesen Dienstag in Bern präsentiert wurde, zeigen sich im Vergleich der relevanten Gefährdungen «keine markanten Unterschiede» zwischen 2012 und 2015. Die Studienautoren gehen aber davon aus, dass die Bedrohungen in einigen Bereichen zunehmen könnten. Gerechnet wird unter anderem mit mehr Sachbeschädigungen und Drohungen, vor allem gegenüber Beamten und Behörden.

In Dietikon hat man nicht alle Resultate so erwartet. «Dass sich die Sicherheitslandschaft in zwölf Jahren nicht wesentlich verändern soll, hat mich schon erstaunt», meint Thomas Winkelmann, Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung.

Weniger überraschend dürfte sein, dass gemäss der Studie das grösste Problem für alle Städte das Thema Littering ist, gefolgt vom Alkoholmissbrauch. Die zunehmende Verschmutzung und Gewaltbereitschaft steige vor allem durch die verstärkte Nutzung des öffentlichen Raums und das veränderte Ausgehverhalten, schreiben die Autoren.

Mehr Polizeipräsenz

In Dietikon ist man sich der Problematik bewusst. Damit die Stadt als Wohnort attraktiv bleibe, habe man die Polizeileistungen bereits in den letzten Jahren ausgebaut, sagt Winkelmann. «Wir haben heute längere Polizeipräsenzen und sind besser mit Partnerorganisationen vernetzt, insbesondere mit der Stadtpolizei Schlieren/Urdorf.»

Damit die Menschen sich sicher fühlen, brauche es aber mehr als Polizeiarbeit. «Mit einer guten Stadtbauplanung kann man beispielsweise präventiv weniger Angsträume schaffen.»

Um herauszufinden, ob Dietikerinnen und Dietikern Angst haben, führte die Stadt vor eineinhalb Jahren eine Bevölkerungsumfrage durch. Diese ergab zwar, dass sich 81 Prozent der Einwohner generell sicher oder sehr sicher fühlen. In der Nacht wächst aber das Unsicherheitsgefühl, vor allem am Bahnhof. Hier hat die Stadt gehandelt: Seit März patrouillieren regelmässig Mitarbeiter der SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) Züri rund um den Bahnhof.

Auch zum Schlussbericht der Studie «Sichere Städte 2025» haben die teilnehmenden Städte einen Massnahmenplan erhalten. «Ein spezifisches Massnahmenkonzept für jede Pilotstadt gibt es aber nicht», sagt Winkelmann.

Die vorgeschlagenen Massnahmen sollen den Städten helfen, ihre Sicherheitsplanung zu überdenken. Vorgeschlagen werden unter anderem städtebauliche Veränderungen oder die Vernetzung von Behörden.

Ressourcen sind ein Problem

In den nächsten Tagen werden laut Winkelmann in Dietikon einige Sitzungen zum Thema abgehalten. Doch eine Kehrtwende im Sicherheitskonzept brauche es nicht, sagt der Leiter der Sicherheitsabteilung. Die Studie habe gezeigt, dass Dietikon auf dem richtigen Weg sei.

Laut dem Schlussbericht sind sich alle Pilotstädte einig, dass sie mit den gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen mithalten können. Problematisch sei eher, dass die Ressourcen ständig knapper würden - personell wie finanziell. Das bestätigt auch Winkelmann: «Wichtig ist deshalb, dass wir uns als Gemeinden gut vernetzen.»