«Um das Budget für das Jahr 2014 einigermassen ausgeglichen gestalten zu können, veranschlagt der Stadtrat eine Erhöhung des Steuerfusses um 2 auf 124 Prozent. Nur so Nur so kann er ein Minus von rund 16,5 Millionen Franken abwenden. Denn: Der Kanton bindet Beiträge aus dem Übergangsausgleich an die Bedingung, dass die Gemeinde den Steuerfuss auf das 1,25-fache des kantonalen Mittels erhöht. Dieses liegt derzeit bei knapp 100 Prozent. Über das Budget wie auch über den Steuerfuss wird das Dietiker Parlament im Dezember entscheiden müssen. «Wir befinden uns in einer schwierigen finanziellen Situation», räumt Finanzvorstand Rolf Schaeren (CVP) ein. Am meisten Sorgen bereiten ihm die steigenden Ausgaben der Stadt im Bereich der Bildung und der sozialen Wohlfahrt (siehe Grafik).

Grafik: Barbara Adank

Entwicklung Nettoaufwand Dietikon 2008-2014

Grafik: Barbara Adank

Kanton will nicht für Skilift zahlen

Einem Gesamtaufwand von 216,2 Millionen steht im Voranschlag 2014 ein Ertrag von 199,7 Millionen gegenüber. Trotz zugesicherter Übergangsausgleichszahlungen in der Höhe von rund 16,1 Millionen budgetiert die Stadt ein knappes Minus von 379 000 Franken. Nicht decken will der Kanton nämlich die Ausgaben für den Skilift und Sonderabschreibungen, welche die Stadt auf die Liegenschaft Krone veranschlagt. «Nach eingehender Prüfung unseres Budgets erachtet der Kanton nur diese zwei Positionen als nicht zwingend nötig», erklärt Schaeren.

Der grösste Ausgabeposten der Stadt besteht auch 2014 im Bereich der Bildung. Dass diese Kosten gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich weiter ansteigen, liege hauptsächlich daran, dass immer mehr Jugendliche im regulären Unterricht nicht mehr tragbar sind, und deshalb in teure Sonderschulungsinstitutionen verlegt werden müssen, so Schaeren.

Auch die Ausgaben für die gesetzliche wirtschaftliche Hilfe und die Zusatzleistungen werden wohl erneut markant ansteigen. Dies aufgrund weiterhin steigenden Fallzahlen.

Ursachen sind nicht klar

Auf die Frage, wie es dazu kommt, habe weder der Kanton noch der Stadtrat eine vollständige Antwort, sagt der Finanzvorstand. Eine Ursache dafür vermutet man aber darin, dass es in Dietikon viel Wohnraum in schlechtem Zustand gibt. Dies könnte dazu führen, dass sich sozial schwache Bevölkerungsteile wegen des günstigen Wohnungsgebots aus der Stadt Zürich hierher verlagern, wie Schaeren erklärt.

Um der negativen Entwicklung der Stadtfinanzen Gegensteuer zu geben, schuf der Stadtrat vergangenes Jahr eine Arbeitsgruppe Haushaltoptimierung. Diese ist an mehreren Fronten gleichzeitig aktiv geworden. Im Bildungsbereich sei man etwa derzeit daran, städtische Sonderschulungsmöglichkeiten zu prüfen, um Jugendliche mit speziellen Bedürfnissen künftig nicht mehr in teuren externen Institutionen unterbringen zu müssen, so Schaeren: «Eine gute Lösung kann man aber nicht über Nacht schaffen.»

Sozialabteilung wurde evaluiert

Gleiches gilt für den Bereich Soziales. Eine Evaluation der Sozialabteilung habe ergeben, dass die Verwaltung nicht etwa zu grosszügig sei, sagt der Finanzvorstand. Um die Kosten im Sozialbereich senken zu können, will man künftig Anreize für Hauseigentümer schaffen, ihren Wohnraum aufzuwerten, damit die Attraktivität der Stadt als Wohnort für sozial Bedürftige sinkt.

Ausserdem vertritt die Leiterin der Finanzabteilung, Nathalie Homberger, die Stadt in einer Arbeitsgruppe, die an einem Konzept für einen individuellen Sonderlastenausgleich des Kantons arbeitet. Dieser soll ab 2016 den Übergangsausgleich ablösen und einen Ausgleich für soziale Sonderlasten erwirken. Schaeren erwartet, dass das Konzept bis Ende 2014 steht: «Ich gehe davon aus, dass dieses Instrument nach seiner Einführung auch uns zugute kommt.»

Deutlich sinken werden 2014 gegenüber dem Vorjahr gemäss Voranschlag die städtischen Investitionen (von 18,3 auf 11,7 Millionen) – und die damit verbundenen Abschreibungen (um rund 1 Million). Dank des erhöhten Steuerfusses und dem Bevölkerungswachstum rechnet die Stadt mit einem Steuerertrag von 57,6 Millionen. Doch ist im kommenden Jahr mit rund zwei Millionen tieferen Steuererträgen aus dem Vorjahr zu rechnen als noch 2013. Der Cashflow beträgt gemäss Voranschlag 10,7 Millionen Franken.