Schlieren
Stadt bereitet Umnutzung des Schützenhaus «Im Horgen» vor

Das Schützenhaus «Im Horgen» könnte wieder für die Öffentlichkeit zugänglich werden. Kürzlich erfolgten die Arbeitsvergaben zur Altlastensanierung des Areals. Ressortvorsteherin Finanzen und Liegenschaften: «Baustart wird in etwa einem Monat sein.»

Florian Niedermann
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Noch immer ungenutzt – Beim ehemaligen Schützenhaus «Im Horgen» wird ab Mai die Altlastensanierung beginnen.jk

Noch immer ungenutzt – Beim ehemaligen Schützenhaus «Im Horgen» wird ab Mai die Altlastensanierung beginnen.jk

In welcher Form das ehemalige Schützenhaus genutzt werden könnte, ist zurzeit noch unklar, wie Manuela Stiefel, Ressortvorsteherin Finanzen und Liegenschaften erklärt: «Nach der Altlastensanierung werfen wir einen Blick nach vorn und prüfen, welche Nutzung mit welchen Konsequenzen wir vorsehen.»

Bei der Art der künftigen Nutzung ist die Stadt eingeschränkt. Dies, weil sich das Areal des Schützenhauses in der Landwirtschaftszone befindet. Stiefel ist es aber wichtig, dass die Schlieremer Bevölkerung die Liegenschaft in Zukunft nutzen kann: «Der Schlieremer Berg ist unser Naherholungsgebiet und die Anlage ist wunderschön gelegen – es ist mir ein Anliegen, diese weiterhin zugänglich zu machen.»

Nutzung war nicht zonenkonform

Seit 2005 wird das Schützenhaus nicht mehr als Schiessstand genutzt. Denn die verbliebenen zwölf Schlieremer Feldschützen hatten an einer letzten Generalversammlung beschlossen, ihren Verein wegen Mitgliedermangels aufzulösen. Damit endete die Geschichte des ältesten Ortsvereins der Stadt, der 1872 gegründet worden war. Der Grund: Dem Verein gingen die Mitglieder aus.

Von 2006 bis 2009 wurde das Schützenhaus «Im Horgen» durch die Waldspielgruppe «Waldentdecker» und ihre Leiterin Conny Schafroth genutzt. Die Stadt hatte ihr die Lokalität zur Verfügung gestellt. Den Nutzungsvertrag mussten ihr die Behörden aber auf Ende 2010 kündigen, weil eine derartige Nutzung nicht zonenkonform ist. Ausserdem verfolgt die Stadt andere Ziele mit dem Schützenhaus. Im Budget 2011 sprach das Parlament schliesslich einen entsprechenden Betrag für die Altlastensanierung und die Umnutzung der Liegenschaft zugunsten breiter Bevölkerungskreise.

Bei der Umnutzung von Schützenhäusern durch Gemeinden gibt es im Limmattal verschiedene Varianten. In Oberengstringen wurde das Schützenhaus «Zwischen den Hölzern» 1974 umgebaut und fortan an Gemeindeeinwohner aber auch Auswärtige für private Anlässe vermietet. Diese Möglichkeit ergab sich, weil sich die Gemeinde am Schiessplatz in Höngg beteiligte. Dadurch konnten der obligatorische Schiessbetrieb für die Wehrdienstpflichtigen Bürger und das Vereinslokal für den örtlichen Schützenverein ausgelagert werden.

Die Miete, die Privatpersonen für einen Anlass im ehemaligen Schützenhaus entrichten müssen, wird in der Gemeindekasse verbucht. Das Schützenhaus sei an den Wochenenden gut ausgelastet, sagt Gemeindepräsident André Bender: «Besonders an Samstagen ist fast jede Woche eine Gesellschaft da.»

Betrieb für Private und Vereine

Für eine andere Nutzungsform entschied sich die Stadt Dietikon bezüglich ihres Schützenhauses Reppischtal. Seit zweieinhalb Jahren wird dieses durch den Gastronomen Franz Grüter in einem Pachtverhältnis betrieben. Zuvor übernahm diese Aufgabe das Restaurant Sommerau-Ticino.

Genutzt wird das Schützenhaus sowohl durch Schützenvereine als auch durch private Gesellschaften. «Die Bedingung der Stadt ist, dass der Schiessbetrieb der Vereine gegenüber der privaten Nutzung Vorrang hat», erklärt Grüter. Wer lediglich
die Räumlichkeiten nutzen will, ohne gastronomische Leistungen in Anspruch zu nehmen, muss dafür Miete an den Pächter bezahlen. Auch das Schützenhaus Reppischtal ist fast jeden Samstag ausgebucht, wie Grüter erklärt.