Schlieren
SRF unterwegs im Limmattal: Die Radiostimme bekommt ein Gesicht

Ursula Metzler drückt auf den Radiosender, die Nachrichten von Info 3 erfüllen ihren schwarzen Citroën. Doch an diesem Tag ist das Radiohören anders als sonst. Neben ihr sitzt Isabelle Maissen, die Moderatorin des Radiosenders Info 3. Für die Sendung «Hallo SRF» fahren die beiden nun vier Stunden im Auto durch Schlieren.

Lydia Lippuner
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Isabelle Maissen

Isabelle Maissen

Lydia Lippuner
Die SRF-Moderatorin Isabelle Maissen besuchte die Schlieremerin Ursula Metzler.

Die SRF-Moderatorin Isabelle Maissen besuchte die Schlieremerin Ursula Metzler.

Lydia Lippuner

Mit dabei ist ein Kameramann, der die Begegnung aus verschiedenen Perspektiven festhält. Ziel der Sendung «Hallo SRF» ist, dass die Moderatoren mittels Hausbesuchen erfahren, was ihre Zuhörer von ihren Sendungen halten.

«Ich war überrascht, dass ich ausgewählt wurde», sagt die 59-jährige Kommunikations- und Zeitmanagementtrainerin. In der Bewerbung für den Besuch der SRF-Mitarbeiter habe sie möglicherweise ein wenig mehr als der Durchschnitt geschrieben. Zudem könne sie die Sendung auch mit Sendern aus dem Ausland vergleichen. «Ich lese morgens die New York Times, The Guardian und Figaro das gibt mir ein wenig einen Überblick», sagt sie.

Der Schweizer Radiosender SRF gehört für sie jedoch seit Jahren fest zum Programm. Seit das DAB Radio eingeführt wurde, hört sie im Auto auch die Nachrichtensendung Info3, die unter anderem auf dem Radio SRF 4 News läuft.

Musiksender für müde Minuten

Die Sendungen von SRF seien auf gleicher Ebene mit denen aus dem Ausland. «Natürlich ist das schwierig zu beurteilen als Laie, doch ich fühle mich gut informiert», so Metzler. Auf ihren Fahrten hört sie vor allem Nachrichtensender. Die Musiksender spart sie sich für Momente, in denen sie sehr müde ist. «Nach einem Seminar bin ich jeweils ein wenig ausgepowert und froh, wenn ich laut Musik hören und dazu singen kann.» Das halte sie wach.

Trotz grosser Begeisterung hat Metzler einige Verbesserungsvorschläge für die Sendung. Als die Moderatorin Isabelle Maissen sie während der Sendung fragt, was sie von Börse und Wetternachtrichten halte, sagt sie: «Nein, das brauche ich nicht, das ist überflüssig.» Diese Themen würden ihr zu oft wiederholt. Dagegen fehlten ihr die Nachrichten aus der Romandie oder dem Tessin. «Diese Landesteile sollte man noch mehr erwähnen», sagt sie.

Dass die Billag-Rechnung zum Medienkonsum dazugehören, stand für Metzler weder vor noch nach der Abstimmung über den Service-Public im März je zur Debatte.

Einen Lieblingsmoderator könne sie nicht benennen: «Die Stimme der Moderatoren ist in vielen Sendern gleich gut trainiert, da merkt der Laie keinen Unterschied mehr», sagt Metzler. Es sei ihr aber auch sehr wichtig, dass die Sendung in Hoch- und nicht Schweizerdeutsch gehalten werden.

Lob von entfernten Bekannten

Mittlerweile ist der vier minütige Beitrag im Fernsehen und Online zu sehen gewesen. «Die Rückmeldungen kamen prompt. Ich hörte auch Lob von Leuten, die ich schon sehr lange nicht mehr getroffen habe», sagt Metzler.

Sie selbst erinnert sie sich gerne an den Tag zurück an dem die Stimme im Radio ein Gesicht erhielt: «Es war ein tolles Erlebnis, ich lernte sehr liebenswürdige Leute und einen sympathischen Kameramann kennen», so Metzler.

Info 3 wird sie ab diesem Moment mit anderen Ohren hören.