Öffentlicher Verkehr
Spreitenbach und Limmattalbahn einigen sich – rund 10 Einsprachen noch in Bearbeitung

Die Gemeinde Spreitenbach und die Limmattalbahn AG haben sich auf einen Vergleich geeinigt.

Sophie Rüesch
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Dietikon Haltestelle
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Limmattalbahn Visualisierungen
Altstetten Bahnhof
Killwangen Bahnhof

Dietikon Haltestelle

limmattalbahn.ch

Der Einsprachenberg auf den Tischen der Limmattalbahn AG wird um eine Akte kleiner: Wie die AG am Montag mitteilte, konnte sie sich auch mit der Gemeinde Spreitenbach einigen. Diese hatte im Dezember 2013 im Rahmen des Plangenehmigungsverfahrens zu mehreren Projektpunkten Einsprache eingereicht. Für diese Punkte habe man nun gemeinsam Lösungen gefunden, die zu «kleineren Projektanpassungen» führen, schreibt die Limmattalbahn AG.

Konkret verpflichtet sich die AG, die Gemeinde bei der Realisierung und Umsetzung eines «leistungsfähigen Buskonzepts» zu unterstützen – dies, obwohl die Busführung eigentlich in den Aufgabenbereich des Kantons Aargau falle. Doch das «nicht vollständig ausgereifte Buskonzept, das wegen der Inbetriebnahme der Limmattalbahn angepasst werden muss», sei ein wesentlicher Punkt der Einsprache gewesen, so die Mitteilung.

Nun müssen die «konzeptionellen Überlegungen» des Kantons Aargau und der Gemeinde bis spätestens Ende 2017 vorliegen. Sollten sich darauf Änderungen bei den Haltestellen ergeben, werde die Limmattalbahn AG diese prüfen und in die Planung aufnehmen.

Einsprachen: Zehn Fälle sind noch in Bearbeitung

Die Gemeinde Spreitenbach ist nicht die einzige Partei, die eine Einsprache zur Limmattalbahn eingereicht hatte. Insgesamt gingen 229 Einsprachen zum Gesamtprojekt ein. Bei 160 von ihnen, also bei rund zwei Dritteln, konnte schon eine Einigung erzielt werden. Weitere 60 Einsprachen wurden derweil bereits ans Bundesamt für Verkehr überwiesen – bei diesen wäre nach dem Entscheid des Bundesamtes ein Weiterzug bis vor Bundesgericht möglich.
«Etwa zehn Einsprachen» sind gemäss der gestrigen Mitteilung der Limmattalbahn AG zurzeit noch in Bearbeitung. Sobald alle Einsprachen erledigt sind, wird das Bundesamt für Verkehr mit der Plangenehmigungsverfügung die Baubewilligung für die Limmattalbahn erteilen. (rue)

Weiter forderte Spreitenbach, dass in der Baumgartenstrasse hinter dem Shoppi Tivoli ein Trottoir gebaut wird. Dieses wird gemäss Einigung die Limmattalbahn AG realisieren, sofern eine Einigung mit den Landeigentümern gefunden werden kann. Spreitenbach würde die Kosten dafür tragen: Zugänge zu Haltestellen und die Anpassungen im Seitenbereich sind Aufgabe der Gemeinden. In den mehreren Verhandlungsrunden, die Gemeinde und AG zusammen durchführten, wurde auch die Planung im Bereich der Güterstrasse verbessert.

Die Gemeinde habe in ihrer Einsprache betont, dass das Projekt bereits ein hohes Planungsniveau aufweise, so die Mitteilung. Sie erhob dennoch Einsprache – um weiterhin am Verfahren beteiligt zu sein.

Inbetriebnahme im Jahr 2022

Am Bahnhof Killwangen-Spreitenbach ist die Endstation der 13,5 Kilometer langen Strassenbahn geplant. Ab 2022 sollen die Trams zwischen dort und dem Bahnhof Zürich Altstetten zuerst im 15-Minuten-, danach im 7,5-Minuten-Takt verkehren. Zuerst wird nun aber die erste Etappe zwischen Zürich Altstetten und Schlieren realisiert. Läuft alles nach Plan, werden die Hauptarbeiten dieser ersten Etappe 2018 und 2019 durchgeführt.

Die Limmattalbahn AG rechnet noch in diesem Herbst mit der Baubewilligung des Bundes, sodass im Herbst 2017 der Bau der ersten Etappe beginnen kann. Ab 2019 soll diese den Betrieb aufnehmen. Im November 2015 sagten 64,5 Prozent des Zürcher Stimmvolks Ja zur Kantonsgrenzen überwindenden Bahn. Im Aargau war keine Abstimmung nötig, da kein Referendum gegen den Entscheid des Kantonsparlaments ergriffen wurde.