Spreitenbach
Ready for take-off: Die Modellfluggruppe Dietikon hat ihren neuen Flugplatz eingeweiht

Nachdem die Modellfluggruppe Dietikon ihren Flugplatz im Gebiet Müsli beim Rangierbahnhof Limmattal aufgeben musste, bezog sie vis-à-vis in Spreitenbach einen neuen. Die Freude bei den Mitgliedern bei der Einweihung am Samstag war gross – doch eine Unsicherheit bleibt.

Fabio Müller
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Den Mitgliedern der Modellfluggruppe Dietikon gefällt es auf ihrem neuen Flugplatz in Spreitenbach.

Den Mitgliedern der Modellfluggruppe Dietikon gefällt es auf ihrem neuen Flugplatz in Spreitenbach.

Fabio Müller

Seit diesem Wochenende können die Modellflugzeuge der Modellfluggruppe Dietikon wieder abheben. Am Samstag weihte der Verein seinen neuen ­Flugplatz in Spreitenbach ein. 2019 verlor die Modellfluggruppe ihren Heimatflughafen im Gebiet Müsli beim Rangierbahnhof Limmattal. Die Stadt Dietikon hatte dem Verein damals auf Ende Jahr gekündigt, da genau an diesem Ort das Depot der Limmattalbahn erstellt wird. Der neue Flugplatz befindet sich nördlich der Autobahn und des Rangierbahnhofs, mehr oder weniger vis-à-vis vom alten Platz.

Bei der Eröffnung dabei war auch der Spreitenbacher Gemeindepräsident Markus Mötteli (Die Mitte) sowie die beiden Gemeinderäte Edgar Benz (SVP) und Adrian Mayr (parteilos). Vereinspräsident Walter Schärer freute sich, dass der Verein einen neuen Flugplatz gefunden hat: «Wir sind froh, dass wir endlich einen Platz haben. Ich hoffe, dass wir in Spreitenbach bleiben können.»

Parkplatzsituation sorgt für Diskussionen

Auch Gemeindepräsident Markus Mötteli freute sich auf die Modellflieger:

«Ich muss sagen, ich war zuerst ein wenig kritisch, was die Lautstärke der Flugzeuge anbelangt. Nun sehe ich aber, dass das bei diesen Flugzeugen kein Problem ist.»

Es sei eine gute Sache, dass sich ein weiterer Verein in Spreitenbach angesiedelt habe, so Mötteli. Auch die Vereinsmitglieder sind zufrieden mit dem neuen Platz: «Es ist ein schöner Platz. Vor allem können wir nun endlich mit dem Rücken gegen die Sonne fliegen. So können wir die Flieger viel besser sehen», erklärte Daniel Jaissle.

Als störend wird hingegen die Parkplatzsituation empfunden. Die Piloten können ihre Autos nur bei den zehn Minuten entfernten Schrebergärten parkieren: «Wenn man der einzige Pilot auf dem Platz ist, kann man die Ausrüstung nicht allein lassen. Die ganze Infrastruktur zum Platz zu schleppen ist leider enorm mühsam.»

Noch unklar, ob der Verein auf dem Platz bleiben darf

Die Parkplätze bei den Schrebergärten sorgen denn auch für Diskussionen. Während der Verein vom Kanton eine Bewilligung erhielt, die Fahrzeuge in der Nähe des Platzes zu parken, untersagte dies die Gemeinde. «Die Parkplätze wären entlang einer Landwirtschaftszone angeordnet gewesen. Wir müssen aber die Durchfahrt für die Bauern sicherstellen», sagte Gemeindepräsident Mötteli. Deshalb habe man dem Verein angeboten, dass die Autos auf dem Flugplatz selbst parkiert werden können. «Das geht aber vom Kanton aus nicht, weil der Platz in der Landwirtschaftszone ist. Wir müssen jetzt halt in den sauren Apfel beissen und bei den Schrebergärten parkieren. Wir hoffen aber, dass wir noch eine bessere Lösung finden», sagte Walter Schärer.

Auch wenn von Spreitenbach aus geflogen wird, trägt der Verein Dietikon weiter in seinem Namen. Ihn ändern will Walter Schärer erst zu einem späteren Zeitpunkt. Der Grund dafür: Es ist noch unklar, ob die Modellfluggruppe mit dem Platz in Spreitenbach eine permanente Bleibe gefunden hat. Der Platz ist von der Gemeinde an einen Bauern verpachtet, der diesen an die Modellfluggruppe unterverpachtet. Als im letzten August der Bauer verstarb, übernahm eine Erbengemeinschaft die Pacht. Mit dieser konnte sich der Verein bisher einigen. «Ich weiss aber nicht, ob die Nachfolge der Erbengemeinschaft uns gegenüber ebenfalls so positiv eingestellt ist. Deswegen haben wir Angst, dass wir den Platz wieder verlieren. Wir hoffen deswegen, dass sich die Gemeinde für uns einsetzt», erklärte Walter Schärer.

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