Oberengstringen
Sportplatzentscheid in Oberengstringen fällt nicht im Juni

Der Entscheid über die Neugestaltung der Sportanlage in Oberengstringen wird um ein halbes Jahr verschoben. Das Neubauprojekt und die Umzonung kommen erst im November an die Gemeindeversammlung.

Sandro Zimmerli
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Der Umbau der Sportanlage könnte im Frühjahr 2014 beginnen.

Der Umbau der Sportanlage könnte im Frühjahr 2014 beginnen.

Sandro Zimmerli

Der Gemeinderat hat sich entschieden, das Projekt nicht schon an der Gemeindeversammlung vom 3. Juni zu traktandieren, sondern erst an der jener vom 25. November. Damit wird auch die für den 13. Mai vorgesehene öffentliche Informationsveranstaltung hinfällig.
Damit ist der Gemeinderat von seinem ursprünglichen Fahrplan abgekommen. Geplant war im Juni das Neubauprojekt vor die Gemeindeversammlung zu bringen und im November die dafür notwendige Umzonung. «Wir wollen jetzt aber beide Geschäfte an derselben Gemeindeversammlung zur Abstimmung bringen. Es macht keinen Sinn, im Juni über das Neubauprojekt zu befinden und erst ein halbes Jahr später über die Umzonung», sagt Gemeindepräsident André Bender. Deshalb habe der Gemeinderat die Abstimmung über das Neubauprojekt nach hinten verschoben.
«Damit wir wie vorgesehen einen Kunstrasen- und einen Naturrasenplatz auf dem Gebiet der heutigen Schulwiese und des Sandplatzes bauen können, muss das betroffene Areal umgezont werden», so Bender. Das Gebiet müsse von einer Freihaltezone in eine Freihaltezone Sport überführt werden. Diese bedürfe der Zustimmung der Gemeindeversammlung. Bevor die Stimmberechtigten allerdings über eine Umzonung befinden können, müsse die Gemeinde eine Vorprüfung beim Kanton machen. Das brauche seine Zeit.
Gespräche mit allen Partnern
Man habe bereits vor einigen Jahren beim Kanton angefragt, ob eine Ausnahmebewilligung erteilt werden könne, sagt der Gemeindepräsident. «Das ist aber nicht möglich, weil es sich um eine umfangreiche Neugestaltung handelt. Deshalb müssen wir umzonen», hält Bender fest.
Schon länger ist klar, dass ein Kunstrasenplatz nur dann realisiert werden kann, wenn das gesamte Gebiet um rund zwei Meter angehoben wird. Im Vergleich zu heute würden die beiden neuen Plätze um 90 Grad gedreht. Das hat zur Folge, dass ein Teil des geplanten Kunstrasenplatzes in der Grundwasserschutzzone Drei zu liegen käme. Das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft erlaubt den Bau aber nur, wenn das betroffene Gebiet aufgeschüttet wird.
Neben zwei neuen Fussballplätzen sollen die bestehende 100-Meter-Bahn sowie die Weitsprunganlage neu angeordnet werden und der rote Hartplatz saniert werden. Gleiches gilt für den Betonplatz, wo die Skateranlage steht. Der Sandkasten, der diesen Platz zum Hauptfussballplatz hin abgrenzt, soll in ein Beachvolleyballfeld umgestaltet werden.
Durch die Neuterminierung des Geschäftes gewinnt der Gemeinderat überdies Zeit, das gesamte Projekt nochmals gründlich unter die Lupe zu nehmen. «Wir wollen nochmals mit allen Partnern an einen Tisch sitzen, um über das Projekt zu diskutieren», sagt Bender. Derzeit gehe man von Kosten in der Grössenordnung von rund 4,2 Millionen Franken aus. Unter anderem wolle man die Nachbargemeinde Unterengstringen fragen, ob sie sich allenfalls auch an den Kosten beteilige und in welcher Form. «Möglich ist auch, bei der Sport-Toto-Gesellschaft Fördergelder zu beantragen», hält Bender fest. Zudem wolle man nochmals genau prüfen, wie hoch die Folgekosten für den Unterhalt der neuen Anlage wären.
Ein anderer Partner sei unter anderem der FC Engstringen, so Bender. «Im Zusammenhang mit den Kosten wird auch darüber diskutiert, ob allenfalls anstelle des Kunstrasens ein Naturrasenplatz gebaut werden soll.»
Überdies will der Gemeinderat die Garderobenfrage klären. «Wenn die neuen Plätze voll ausgelastet sind, braucht es auf der Aanlage wohl zusätzliche Garderoben. Auch das wollen wir sorgfältig prüfen. Ziel ist es, mit einem gut ausgearbeiteten Antrag an die Gemeindeversammlung zu gelangen», so Bender. Sollte sowohl das Projekt als auch die Umzonung genehmigt werden, könnte im Frühjahr 2014 mit dem Umbau begonnen werden.